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Blue Owl Capital: 9% Dividendenrendite nach 45% Kursverlust — sicher?

Nach einem Kursrückgang von 45% lockt Blue Owl Capital mit rund 9% Dividendenrendite — doch die Ausschüttung wirft Fragen auf.

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Blue Owl Capital: 9% Dividendenrendite nach 45% Kursverlust — sicher?

Blue Owl Capital (Ticker: OWL) sorgte Anfang 2026 für Schlagzeilen, als das Unternehmen Auszahlungen aus einigen seiner nicht börsennotierten Private-Credit-Fonds einschränkte, die es verwaltet. Dieser Schritt verunsicherte Anleger erheblich hinsichtlich des Asset-Management-Geschäftsmodells des Unternehmens. Derzeit liegt der Kurs rund 45% unter seinem 52-Wochen-Hoch, wodurch die Dividendenrendite auf eine stattliche 9% gestiegen ist. Für deutsche Anleger, die auf hohe Ausschüttungen setzen, stellt sich damit die zentrale Frage: Ist diese Dividende nachhaltig gesichert?

Ein wichtiger Punkt für die Einordnung ist die kurze Börsengeschichte des Unternehmens. Blue Owl Capital ging erst Mitte 2021 im Rahmen einer Fusion mit einer Special Purpose Acquisition Corporation (SPAC) an die Börse. Dieses Datum ist bedeutsam, denn es bedeutet, dass die Historie des Unternehmens als börsennotiertes Geschäft nur etwa fünf Jahre zurückreicht. Es gibt daher keine belastbaren historischen Daten, auf die Anleger zurückblicken könnten, um abzuleiten, wie sich das Unternehmen in einer tiefen Rezession oder in einem Bärenmarkt verhalten würde. Angesichts des aktuellen Kursverfalls, der wirtschaftlichen Unsicherheit, der hohen Inflation und der geopolitischen Konflikte weltweit ist es durchaus angebracht, die Sicherheit der 9%-Rendite zu hinterfragen.

Aus rein numerischer Sicht gibt es Grund zur Vorsicht. Die Dividende im zweiten Quartal belief sich auf 0,23 US-Dollar pro Aktie, während die ausschüttbaren Gewinne des Unternehmens lediglich 0,22 US-Dollar pro Aktie betrugen. Dies stellte allerdings eine Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal dar, als die Dividende zwar gleich hoch ausfiel, die ausschüttbaren Gewinne jedoch nur bei 0,19 US-Dollar pro Aktie lagen. Im vierten Quartal 2025 erwirtschaftete das Unternehmen dagegen 0,24 US-Dollar an ausschüttbaren Gewinnen. Das deutet darauf hin, dass Blue Owl grundsätzlich über die Kapazität verfügt, die Dividende zu decken — auch wenn dies derzeit nicht der Fall ist.

Wachstum bei verwalteten Vermögenswerten als Hoffnungsschimmer

Bemerkenswert ist, dass das Unternehmen seine verwalteten Vermögenswerte seit dem Börsengang kontinuierlich gesteigert und damit die Basis erweitert hat, auf der Managementgebühren erhoben werden. Zudem diversifiziert Blue Owl die Arten der angebotenen Anlageprodukte und schafft so weitere Wachstumshebel. Beide Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich das Unternehmen operativ in die richtige Richtung bewegt. Für die Bewertung der Dividende sind diese Faktoren zentral, denn das Geschäftsmodell basiert im Kern auf Gebühreneinnahmen.

Dividendenvorsicht ist geboten — selbst für aggressive Anleger

Für risikoscheue Dividendeninvestoren ist Blue Owl Capital wahrscheinlich keine gute Investitionsoption. Obwohl das Unternehmen seine Dividende seit dem Börsengang jedes Jahr erhöht hat, könnte sie zu schnell und zu stark gewachsen sein. Es ist eindeutig ein Druck spürbar, und das Unternehmen musste als börsennotiertes Geschäft noch keine echte wirtschaftliche oder marktbedingte Härteprüfung bestehen.

Für aggressivere Anleger ist die wachsende und diversifizierende, gebührenbasierte Geschäftsstruktur des Unternehmens dagegen eine gute Nachricht. Dennoch ist ein vorsichtiges Vorgehen am Markt angebracht, da die Gebühreneinnahmen des Unternehmens ebenfalls sinken würden, falls die verwalteten Vermögenswerte erheblich fallen — beispielsweise während einer Rezession oder eines Bärenmarktes. So funktioniert das Asset-Management-Geschäft, und dies könnte die Dividende noch stärker belasten als bereits heute.

Für deutsche Privatanleger bedeutet das: Die hohe Rendite von 9% ist kein Selbstläufer. Wer auf die Ausschüttung setzt, sollte die kurze Unternehmenshistorie, die derzeitige Unterdeckung durch die ausschüttbaren Gewinne und die Abhängigkeit von den verwalteten Vermögenswerten genau im Blick behalten. Die jüngste Einschränkung von Auszahlungen aus Private-Credit-Fonds zeigt, wie schnell Unsicherheit in diesem Segment entstehen kann.

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