Bitcoin im Ausverkauf: HYPE-ETFs erobern die Wall Street
Während Bitcoin und Ether einbrechen, ziehen neue Spot-ETFs auf den Krypto-Token HYPE überraschend viel Kapital an.

Während Bitcoin einen starken Ausverkauf erlebt und Spot-Bitcoin-ETFs Kapitalabflüsse verzeichnen, strömen Anleger in eine bislang kaum bekannte Ecke des Kryptomarktes. Sogenannte HYPE-ETFs – Exchange-Traded-Funds auf den dezentralen Krypto-Asset HYPE – ziehen neues Kapital an und trotzen damit dem allgemeinen Abwärtstrend bei führenden Kryptowährungen.
Im Mai brachten die Anbieter Bitwise und 21shares Spot-ETFs auf den Markt, die Indizes für HYPE abbilden. Der Token operiert auf seiner eigenen Blockchain namens Hyperliquid. Die Produkte werden unter den Tickern BHYP und THYP gehandelt und haben bereits Vermögenswerte von knapp 150 Millionen US-Dollar eingesammelt. Seit ihrer Auflegung verzeichneten sie überwiegend Tage mit positiven Nettozuflüssen – ein Umstand, der in der ETF-Branche Aufmerksamkeit erregt.
Am Mittwoch legte auch Grayscale seinen eigenen Grayscale Hyperliquid Staking ETF (HYPG) auf. Bis Freitag verwaltete dieser Fonds bereits Vermögenswerte von 4,5 Millionen US-Dollar. Der 21shares Hyperliquid ETF kommt auf 75,8 Millionen US-Dollar, der Bitwise Hyperliquid ETF auf 71,14 Millionen US-Dollar.
Was ist Hyperliquid?
Hyperliquid ist eine dezentrale Börse für sogenannte Perpetual Futures – unbefristete Terminkontrakte – und basiert auf einer eigenen Blockchain. Die Plattform ist rund um die Uhr für Händler außerhalb der Vereinigten Staaten in Betrieb. Bis zum vergangenen Sommer existierte sie eher im Verborgenen, bis ein geopolitisches Ereignis ihr zu unerwarteter Bekanntheit verhalf.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran trieb Händler dazu, am Wochenende Zugang zu den Ölmärkten zu suchen – und Hyperliquid bot genau das. Das Handelsvolumen bei Rohöl erreichte laut Stephen Coltman, Vizepräsident und Leiter Makro bei 21shares, schnell rund eine Milliarde US-Dollar pro Tag allein in diesem Segment.
Ein Erlösmodell, das Aktienanleger kennen
Ein wesentlicher Grund für das Anlegerinteresse liegt im Geschäftsmodell von Hyperliquid. Anders als die meisten Krypto-Token steht HYPE in einer direkten Beziehung zur Aktivität der Plattform. Die durch den Handel generierten Einnahmen werden genutzt, um den Token zurückzukaufen – ein Mechanismus, der klassischen Aktienrückkäufen börsennotierter Unternehmen ähnelt.
„Es ist einem Aktienrückkauf sehr ähnlich, bei dem der gesamte Handel generiert und dazu verwendet wird, den Token zurückzukaufen", erklärte Coltman. Dieser Mechanismus ist für traditionelle Aktienanleger intuitiv verständlich und könnte erklären, warum HYPE trotz des schwierigen Marktumfelds Zuflüsse verzeichnet.
ETF-Experten betonen zudem den praktischen Vorteil der neuen Produkte: Anleger erhalten ein Engagement in Hyperliquid, ohne eine digitale Wallet einrichten oder sich auf einer dezentralen Börse zurechtfinden zu müssen. Nate Geraci, Präsident von NovaDius Wealth Management, sieht in den ETFs einen möglichen Katalysator für die breitere Akzeptanz der Plattform.
Risiken und Ausblick
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Zur AktienanalyseTrotz des bemerkenswerten Starts warnen Experten vor übertriebener Euphorie. Der Bekanntheitsgrad von HYPE bleibt gering, der Wettbewerb im Kryptomarkt ist groß, und die Risiken sind hoch. Ein weiteres Hindernis: Die Plattform ist in den USA derzeit nicht verfügbar.
Eine Zulassung für US-Nutzer wird frühestens für 2027 erwartet. Pandl bezeichnete dies als einen „angemessenen Zeitrahmen, in dem wir eine ausreichende regulatorische Klarheit in Bezug auf dezentrale Börsen haben könnten, sodass US-Nutzer beginnen könnten, auf die Plattform zuzugreifen." Bis dahin dürfte der Markt deutlich stärker umkämpft sein.
Zum Vergleich: Der iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT) beendete die jüngste Handelswoche mit einem Minus von rund 16 Prozent. Die HYPE-Zuflüsse werden dabei weniger als Umschichtung aus bestehenden Kryptowährungen gewertet, sondern als Schritt der Anleger in etwas wirklich Neues – ein Zeichen dafür, dass einige Marktteilnehmer nicht auf regulatorische Klarheit warten wollen.


