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Bitcoin erholt sich auf 74.000 Dollar nach Waffenstillstandshoffnungen

Nach einem Fast-Sieben-Wochen-Tief steigt Bitcoin wieder, angetrieben von Berichten über eine Verlängerung des US-Iran-Waffenstillstands.

Bitcoin erholt sich auf 74.000 Dollar nach Waffenstillstandshoffnungen

Bitcoin hat sich am Freitag deutlich von seinem jüngsten Tief erholt und stieg um 0,8 % auf 73.736,60 US-Dollar. Zuvor war die weltweit größte Kryptowährung in der vorangegangenen Handelssitzung auf fast 72.500 Dollar gefallen – den tiefsten Stand seit rund sieben Wochen. Trotz der Erholung steuert Bitcoin auf einen Wochenverlust von rund 4 % sowie einen monatlichen Rückgang in ähnlicher Größenordnung zu.

Ausschlaggebend für die Kurserholung waren Berichte über eine bevorstehende Verlängerung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und dem Iran. Demnach haben sich Washington und Teheran grundsätzlich darauf geeinigt, einen 60-tägigen Waffenstillstand zu verlängern und die Beschränkungen für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu lockern. Der Vorschlag bedarf jedoch noch der endgültigen Zustimmung von US-Präsident Donald Trump.

Die Entspannung im Nahen Osten beflügelte die globalen Aktienmärkte und drückte gleichzeitig die Ölpreise. Händler nutzten das verbesserte Sentiment, um wieder verstärkt in risikoreichere Anlagen – darunter Kryptowährungen – zu investieren.

Geopolitik und Inflation belasten den Kryptomarkt

Bitcoin hatte in der Vorsitzung unter erheblichem Druck gestanden, nachdem neue US-Militärschläge gegen Ziele mit Verbindungen zum Iran eine Flucht in traditionelle sichere Häfen ausgelöst hatten. Gleichzeitig verarbeiteten die Marktteilnehmer frische US-Inflationsdaten, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.

Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) – der bevorzugte Inflationsindikator der US-Notenbank Federal Reserve – stieg im April im Jahresvergleich um 3,8 %. Das ist das schnellste Tempo seit rund drei Jahren. Die Daten verstärkten die Erwartung, dass die Fed die Zinssätze länger auf einem hohen Niveau belassen könnte.

Die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen belastet Kryptowährungen erheblich, da die Nachfrage nach spekulativen Anlagen in einem solchen Umfeld typischerweise sinkt. Hohe Zinsen machen risikoarme Anlagen wie Staatsanleihen attraktiver und reduzieren den Appetit auf volatile Assets wie Bitcoin.

ETF-Abflüsse und Abstand zum Monatshoch

Trotz der Freitagserholung bleibt Bitcoin deutlich unter seinem Mai-Hoch von über 82.000 Dollar. Institutionelle Anleger ziehen weiterhin Gelder aus Spot-Bitcoin-ETFs ab. Von Marktbeobachtern zusammengestellte Daten zeigen, dass die Abflüsse aus Krypto-ETFs in den vergangenen zwei Wochen vor dem Hintergrund erhöhter geopolitischer Unsicherheit die Marke von 2,5 Milliarden US-Dollar überstiegen.

Auch die übrigen Kryptowährungen profitierten am Freitag von der verbesserten Stimmung. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung der Welt, stieg um 1,6 % auf 2.014,92 Dollar. XRP legte um 2,3 % auf 1,32 Dollar zu. Solana und Polygon verzeichneten jeweils ein Plus von rund 1 %, während Cardano um 2,6 % zulegte. Unter den Meme-Tokens stieg Dogecoin um 1,7 %.

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