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Biontech und Pfizer scheitern teils mit Kombi-Impfstoff

Studie zeigt Schwächen bei Grippewirkung, Marktzulassung verzögert sich um Jahre

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Biontech und Pfizer scheitern teils mit Kombi-Impfstoff

Der Kombinationsimpfstoff von Biontech und Pfizer, der sowohl gegen Covid-19 als auch gegen Grippe wirken soll, hat in einer klinischen Phase-3-Studie nicht alle angestrebten Ziele erreicht. Dies gaben die beiden Unternehmen kürzlich bekannt. Während der Impfstoff gegen Covid-19 eine vergleichbare Wirksamkeit wie bestehende Impfstoffe zeigte, blieb er hinsichtlich der Grippewirkung hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere beim Influenza-B-Stamm, einem der beiden Hauptstämme des Influenzavirus, schnitt der Kombi-Impfstoff schlechter ab als ein bereits zugelassener Grippeimpfstoff.

Das Influenzavirus, das in Influenza-A- und Influenza-B-Stämme unterteilt wird, verursacht jährlich Grippewellen. Influenza-A ist dabei bekannt für seine Fähigkeit, schwere Krankheitsverläufe und sogar Pandemien auszulösen. Influenza-B hingegen führt meist zu weniger schweren Erkrankungen, kann aber dennoch Epidemien verursachen. Trotz der geringeren Wirksamkeit des neuen Impfstoffs gegen Influenza-B bleibt Biontech-Chef Ugur Sahin optimistisch. Sahin betonte, dass die Studienergebnisse eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des Kombi-Impfstoffs bilden werden. Er zeigt sich überzeugt, dass das Unternehmen gemeinsam mit Pfizer den Herausforderungen erfolgreich begegnen kann.

Auch Pfizer äußerte sich zuversichtlich und kündigte an, die nächsten Schritte in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden zu planen. Ein aktualisierter Zeitplan für die Entwicklung des Kombi-Impfstoffs soll folgen. Dennoch zeigten sich die Finanzmärkte enttäuscht von den Studienergebnissen. Die Aktie von Biontech verlor im US-Handel an der Technologiebörse Nasdaq zwischenzeitlich über fünf Prozent an Wert, während der Aktienkurs von Pfizer an der New Yorker Börse um 2,5 Prozent nachgab.

Analysten und Fondsmanager reagierten unterschiedlich auf die Nachrichten. Markus Manns, ein Fondsmanager, bewertete die Ergebnisse als Rückschlag, der jedoch nicht gravierend sei. Er erwartet lediglich eine Verzögerung bei der Marktzulassung des Impfstoffs um ein bis zwei Jahre. Bloomberg Intelligence schätzt, dass Biontech aufgrund der aktuellen Ergebnisse möglicherweise um mindestens zwei Jahre zurückgeworfen wird.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Pfizer berichtet, dass der Grippeimpfstoffkandidat die letzte Phase der klinischen Studien erfolgreich bestanden hatte, allerdings mit eingeschränkter Wirksamkeit gegen den Influenza-B-Stamm. Aktuell wird ein weiterentwickelter mRNA-Grippeimpfstoff in einer Phase-2-Studie getestet, der bessere Ergebnisse auch bei Influenza-B zeigen könnte und möglicherweise in Zukunft ebenfalls in Kombination mit dem Covid-19-Impfstoff angeboten wird.

Während Biontech weiterhin an der Entwicklung arbeitet, steht das Unternehmen unter zunehmendem Druck. Die Verkaufszahlen für den Covid-19-Impfstoff sinken, und im ersten Halbjahr verzeichnete Biontech einen Verlust von über 1,1 Milliarden Euro. Ein erfolgreicher Kombinationsimpfstoff könnte dem Unternehmen helfen, diesen Rückgang zu kompensieren. Der Konkurrent Moderna hat in diesem Bereich bereits Fortschritte gemacht und im Juni positive Daten aus einer Phase-3-Studie für einen ähnlichen Impfstoff veröffentlicht.

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