Boom der Abnehmpillen: Neue Marktteilnehmer im Aufstieg
Orale Medikamente könnten Diätspritzen als Hauptbehandlung ablösen

Diätspritzen haben in den letzten Jahren einen Boom erlebt und sind auf dem Markt stark nachgefragt. Die Hersteller dieser Spritzen, wie Novo Nordisk und Eli Lilly, konnten von dieser Nachfrage profitieren und verzeichneten erhebliche Kursgewinne ihrer Aktien. Während diese Spritzen aufgrund ihrer Wirkungsweise und der Notwendigkeit, sie einmal wöchentlich zu injizieren, beliebt sind, rückt nun eine neue Form der Gewichtsreduktion in den Fokus: Abnehmpillen. Laut Datenanalyseunternehmen Airfinity befinden sich 68 von insgesamt 174 Abnehmmedikamenten in klinischer Entwicklung in Form von oralen Tabletten.
Der Markt für Diätmittel wird bis 2030 auf etwa 130 Milliarden Dollar geschätzt, mit einem weiteren Wachstumspotenzial auf rund 30 Milliarden Dollar bis 2035, wenn orale Medikamente eingeführt werden. Analysten von JP Morgan und BMO betonen, dass orale Medikamente die Marktchancen erweitern und den Zugang für Patienten erleichtern könnten. Bislang sind auf dem Markt nur Spritzen erhältlich, die sogenannte GLP-1-Analoga enthalten. Diese Medikamente ahmen ein Darmhormon nach, das das Sättigungsgefühl im Gehirn beschleunigt. Patienten müssen sich die Spritzen einmal wöchentlich selbst injizieren.
Novo Nordisk und Eli Lilly sind derzeit die Hauptakteure im Bereich der Diätspritzen. Novo Nordisk verzeichnete kürzlich eine Verdopplung der Patientenanzahl in den USA, die das Medikament Wegovy nutzen. Der Umsatz des Unternehmens stieg im zweiten Quartal 2024 um 25 Prozent. Eli Lilly konnte im gleichen Zeitraum mit der Abnehmspritze Zepbound einen Umsatz von 1,24 Milliarden Dollar erzielen und verzeichnete einen Umsatzanstieg von 36 Prozent. Beide Unternehmen sind bestrebt, ihre Produktion zu erweitern, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden.
Novo Nordisk hat bereits Fortschritte bei der Entwicklung einer Abnehmpille gemacht. Das Unternehmen hat eine Tablette mit dem Wirkstoff Semaglutid, der derzeit in Spritzenform auf dem Markt ist, erfolgreich in klinischen Studien getestet. Trotz der positiven Ergebnisse hat sich die Markteinführung der Pille verzögert, da die erforderliche Wirkstoffmenge in Tablettenform wesentlich höher ist als bei den Spritzen.
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Zur AktienanalyseEli Lilly arbeitet ebenfalls an einer oralen Alternative und führt derzeit eine Phase-3-Studie zu Orforglipron durch. Roche hat kürzlich das Unternehmen Carmot übernommen, das an einem ähnlichen Medikament arbeitet. Auch Astra Zeneca und Pfizer sind aktiv in der Entwicklung von Abnehmpillen, wobei letzterer versucht, die Dosierung seines Mittels zu optimieren. Das US-Biotech-Unternehmen Viking Therapeutics berichtet von vielversprechenden Ergebnissen seiner bisherigen Studien und verzeichnet einen Anstieg des Aktienkurses.


