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Bessent verteidigt US-Wirtschaftspolitik und Yen-Intervention vor Ausschuss

US-Finanzminister Scott Bessent stellte sich dem Finanzausschuss und rechtfertigte Währungsinterventionen sowie Anleihestrategien.

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Bessent verteidigt US-Wirtschaftspolitik und Yen-Intervention vor Ausschuss

US-Finanzminister Scott Bessent hat sich vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses einer breiten Befragung zu seiner Wirtschaftspolitik gestellt. Dabei verteidigte er sowohl die jüngsten Währungsinterventionen zugunsten des Yen als auch die Strategie der Trump-Regierung zur Bewältigung der steigenden Anleiherenditen.

Bessent erklärte, die USA hätten lediglich einen „nominellen Betrag“ eingesetzt, um den japanischen Yen zu stützen. Ziel sei es gewesen, ein Signal der Unterstützung für die japanische Politik zu senden. Ein stärkerer Yen sei im amerikanischen Interesse, da er Exporte begünstige und Japan davon abhalte, US-Staatsanleihen zur Finanzierung eigener Interventionen zu verkaufen.

Während Beobachter schätzen, dass die USA weniger als eine Milliarde Dollar investierten, hatte Japan im gleichen Zeitraum Rekordsummen von 96,4 Milliarden Dollar aufgewendet. Bessent merkte an, dass die US-Operation sogar einen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe abgeworfen habe, was jedoch nicht das primäre Ziel gewesen sei. Er betonte zudem, dass ungeordnete Yen-Märkte globale Finanzmärkte destabilisieren und die Kreditkosten für US-Haushalte erhöhen könnten.

Steigende Anleiherenditen im Fokus

Ein weiteres zentrales Thema waren die steigenden Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, die zuletzt Höchststände seit 2007 erreichten. Bessent führte dies auf globale Faktoren zurück, räumte jedoch ein, dass auch die US-Haushaltsdefizite eine Rolle spielen. Er verteidigte die Entscheidung des Finanzministeriums, Rückkäufe von längerfristigen Schuldtiteln zu verdoppeln, als erfolgreiches Mittel zur Liquiditätssteigerung, das die Stabilität des US-Anleihemarktes unterstrichen habe.

In der politischen Debatte wies Bessent Kritik an der aktuellen Wirtschaftslage zurück. Er verwies auf Daten des US-Census Bureau, wonach die Armutsquote auf ein Rekordtief von 10,2 Prozent gesunken sei und das Medianeinkommen der Haushalte gestiegen sei. Die Inflation schrieb er der vorangegangenen Biden-Regierung zu. Zudem signalisierte er Unterstützung für das von Präsident Trump vorgeschlagene Versprechen, jedem Amerikaner 5.000 Dollar auszuzahlen, sofern die Republikaner ihre Mehrheiten im Kongress halten.

Internationale Beziehungen und KI-Regulierung

Bezüglich der internationalen Beziehungen kündigte Bessent ein Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen für das kommende Wochenende an. Dabei sollen unter anderem die Finanzbeziehungen Chinas zum Iran thematisiert werden, während die USA versuchen, Teheran vom westlichen Finanzsystem zu isolieren.

Abschließend äußerte sich Bessent zur Regulierung Künstlicher Intelligenz. Er betonte, dass das Finanzministerium intensiv an Sicherheitsstandards arbeite und Unternehmen für ihre KI-Modelle haftbar gemacht werden sollten. Eine Haftungsfreistellung für KI-Labore lehnte er entschieden ab, betonte jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit, im globalen KI-Wettlauf gegenüber China die Führung zu behalten.

Die Aussagen Bessents vor dem Ausschuss zeigen das Spannungsfeld, in dem sich die US-Wirtschaftspolitik derzeit bewegt: zwischen geldpolitischer Intervention, fiskalischer Verantwortung und geopolitischen Herausforderungen. Für deutsche Anleger bleibt insbesondere die Entwicklung am US-Anleihemarkt von großer Bedeutung, da steigende Renditen in den USA auch die Kapitalmärkte in Europa beeinflussen können.

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