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Bernstein sieht asymmetrisches Aufwärtspotenzial am Kryptomarkt

Analyst Gautam Chhugani nennt institutionelle Zuflüsse, starke Langzeithalter und Blockchain-Integration als Treiber einer fundamentalen Marktstärkung.

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Bernstein sieht asymmetrisches Aufwärtspotenzial am Kryptomarkt

Gautam Chhugani, Senior Digital Analyst bei Bernstein, sieht eine Rückkehr des „asymmetrischen Aufwärtspotenzials" an den Kryptomärkten. Als Treiber nennt er stärkere institutionelle Zuflüsse, widerstandsfähige Langzeithalter sowie die rasche Integration der Blockchain-Infrastruktur in das etablierte Finanzwesen. Bitcoin nähert sich dabei stetig der Marke von 80.000 US-Dollar, nachdem er bei 60.000 Dollar einen deutlichen Boden gefunden hat.

Chhugani hebt hervor, dass die Kombination aus dem Treasury-Modell von Strategy und den Spot-Bitcoin-ETFs die Eigentümerstruktur von Bitcoin grundlegend verändert habe. Anleger, die seit mehr als einem Jahr inaktiv sind, machen nun 60 Prozent des Gesamtangebots aus. „Diese Eigentümerstruktur ist einzigartig für Bitcoin und steht für langfristige ‚Überzeugte', die gegenüber der Volatilität von Bitcoin unempfindlich bleiben und Bitcoin als ‚Wertaufbewahrungsmittel' halten", schrieb der Analyst.

Institutionelle Zugangswege weiten sich aus

Die institutionelle Akzeptanz von Bitcoin nimmt konkrete Formen an. Morgan Stanley hat Anfang des Monats seinen eigenen Spot-Bitcoin-ETF unter dem Kürzel MSBT aufgelegt, der am ersten Handelstag Zuflüsse von 31 Millionen US-Dollar verzeichnete und auf ein verwaltetes Vermögen von rund 190 Millionen Dollar anwuchs. Auch Charles Schwab hat begonnen, den direkten Spot-Kryptohandel für Bitcoin und Ethereum über seine Plattform Schwab Crypto einzuführen.

Insgesamt verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs in den vergangenen drei Wochen Nettozuflüsse von 2,7 Milliarden US-Dollar und halten nun etwa 6,3 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots, wie Bernstein mitteilt. Diese Zahlen unterstreichen, wie stark das institutionelle Interesse trotz der zuletzt volatilen Marktphase geblieben ist.

Strategy, der größte unternehmenseigene Bitcoin-Halter mit 815.061 BTC im Wert von rund 63 Milliarden US-Dollar, hat auch während des Abschwungs weiter akkumuliert. Im bisherigen Jahresverlauf kaufte das Unternehmen 142.561 BTC zu einem Durchschnittspreis von rund 78.000 Dollar hinzu. Das STRC-Vorzugsaktienprodukt des Unternehmens, das eine monatliche Dividende von 11,5 Prozent ausschüttet, verzeichnete im April Handelsvolumina von 7,2 Milliarden Dollar – nach 5,7 Milliarden Dollar im März.

Stablecoins und Tokenisierung als struktureller Rückenwind

Über Bitcoin hinaus verweist Chhugani auf zwei weitere Entwicklungen, die er als strukturellen Rückenwind wertet und die von der allgemeinen Marktstimmung weitgehend entkoppelt seien. Das Angebot an dollarbesicherten Stablecoins liegt mit 276 Milliarden US-Dollar auf einem Allzeithoch – allein USDC kommt auf 78 Milliarden Dollar, obwohl Bitcoin noch rund 40 Prozent unter seinem Höchststand notiert.

Das Gesamtvolumen der tokenisierten Real-World-Assets auf der Blockchain beläuft sich inzwischen auf rund 345 Milliarden US-Dollar. Privatkredite und US-Staatsanleihen machen dabei den Großteil der tokenisierten Vermögenswerte außerhalb von Stablecoins aus und sind im Jahresvergleich um rund 110 Prozent gewachsen. Diese Entwicklung zeigt, wie tief die Blockchain-Technologie bereits in traditionelle Finanzstrukturen vorgedrungen ist.

Quantencomputer: Risiko real, aber beherrschbar

Chhugani geht auch auf die viel diskutierten Risiken durch Quantencomputer ein, die nach jüngsten technologischen Durchbrüchen verstärkt in den Fokus gerückt sind. Der Analyst argumentiert, die Bedrohung sei „real, aber beherrschbar". Er erwartet „ausreichend Zeit – drei bis fünf Jahre – für die Weiterentwicklung der Protokolle", bevor kryptografisch relevante Quantencomputer eine echte Herausforderung für die Sicherheit von Bitcoin darstellen könnten.

Sein Gesamtfazit fällt optimistisch aus: „Wir glauben, dass die besten Tage für Krypto noch bevorstehen, was sich in einem höheren und strukturell längeren Krypto-Bullenzyklus widerspiegeln wird", so Chhugani. Für deutsche Privatanleger, die den Kryptomarkt beobachten, liefert die Analyse von Bernstein damit ein umfassendes Bild der aktuellen Marktdynamik – jenseits kurzfristiger Preisschwankungen.

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