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Bayer plant 7 Milliarden Dollar Roundup-Vergleich – Thyssenkrupp vor Aufspaltung

Deutsche Konzerne stehen vor Weichenstellungen: Milliarden-Vergleich und strategische Neuausrichtung prägen den Finanzmarkt.

•• 3 Min

Der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat einen wegweisenden Vergleichsvorschlag zur Beilegung landesweiter Sammelklagen in den USA vorgelegt. Das Unternehmen will über

7 Milliarden Dollar

bereitstellen, um Ansprüche von Zehntausenden Klägern zu begleichen, die dem Unkrautvernichter Roundup eine krebserregende Wirkung zuschreiben. Die Zahlungen sollen sich über einen Zeitraum von bis zu

21 Jahren

erstrecken.

Der Vergleich bedarf noch der Genehmigung durch Gerichte in Missouri, wo viele Verfahren anhängig sind. Bayer hatte die Rechtsstreitigkeiten mit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 geerbt. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten werden voraussichtlich von 7,8 Milliarden auf 11,8 Milliarden Euro steigen. Verschiedene Quellen berichten von Gesamtsummen zwischen 7,25 und 10,5 Milliarden Dollar für die Glyphosat-Vergleiche.

Thyssenkrupp beschleunigt Konzernumbau

Parallel treibt Thyssenkrupp unter CEO Miguel Lopez den Konzernumbau voran. Insider berichten, dass die Abspaltung der Sparte Materials Services (MX) bereits

2026

erfolgen könnte. Ein Börsengang ist möglicherweise schon im Herbst geplant. Die Division erwirtschaftete im vergangenen Jahr 11,4 Milliarden Euro Umsatz und macht über ein Drittel der Konzernerlöse aus.

Thyssenkrupp bestätigte, dass MX "auf gutem Weg" zur Kapitalmarktreife sei. Voraussetzung für einen erfolgreichen Verkauf ist jedoch eine verbesserte Performance im zweiten Geschäftsquartal bis März. Auf Basis vergleichbarer Transaktionen könnte MX mit etwa

2 Milliarden Euro

bewertet werden. Das Unternehmen prüft zudem eine Strukturierung als KGaA, um auch nach dem Verkauf Kontrolle zu behalten.

Spekulationen um EZB-Führung

Auf europäischer Ebene dominieren Spekulationen über die Zukunft von EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Schlagzeilen. Mehrere Quellen berichten unter Berufung auf die Financial Times, dass Lagarde vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 zurücktreten könnte. Der Hintergrund: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz wollen offenbar die Nachfolge vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 beeinflussen.

Die EZB dementierte offiziell, dass eine Entscheidung über das Ende von Lagardes Amtszeit getroffen wurde. Als mögliche Nachfolger werden der ehemalige spanische Notenbankgouverneur Pablo Hernández de Cos und der frühere niederländische Gouverneur Klaas Knot gehandelt. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel und EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel gelten als Interessenten.

Deutsche Wirtschaft zeigt gemischte Signale

Der deutsche Bausektor verzeichnete 2025 erstmals nach drei Jahren Rückgang wieder einen Anstieg der Baugenehmigungen um

10,8 Prozent

. Während das gewerkschaftsnahe IMK von einer Trendwende spricht, warnt die Bauindustrie vor voreiligem Optimismus. Nicht alle genehmigten Projekte würden tatsächlich realisiert.

Mercedes-Benz enttäuschte mit einer Gewinnmargen-Prognose von 3 bis 5 Prozent, die unter den Analystenschätzungen von 4 bis 6 Prozent liegt. Das Unternehmen kündigte jedoch Kapitalrückführungen von etwa

6 Milliarden Euro

für 2026 an, was einer Rendite von 11 Prozent entspricht und die Aktie stützte.

Tesla kämpft derweil mit rückläufigen Verkaufszahlen in Europa. Die E-Auto-Verkäufe sanken um

27 Prozent

, während der Wettbewerb durch Anbieter wie BYD zunimmt. Gleichzeitig eskaliert der Arbeitskampf am Tesla-Werk in Grünheide. Die IG Metall hat Strafanzeige wegen Verleumdung gegen Werkleiter André Thierig erstattet und bereitet eine Klage wegen Behinderung der Gewerkschaftsarbeit vor.

Fiskalimpulse und Verteidigungsausgaben

Deutschlands umfangreiches Konjunkturpaket soll das europäische Wachstum ankurbeln. Goldman Sachs berichtet, dass der Verteidigungshaushalt in diesem Jahr um 25 Milliarden auf 119 Milliarden Euro gestiegen ist – ein Plus von über 25 Prozent. Die Investmentbank warnt jedoch, dass die ehrgeizigen Verteidigungsausgaben möglicherweise nicht vollständig umgesetzt werden können, erwartet aber dennoch Gesamtausgaben von 109 Milliarden Euro, entsprechend 2,4 Prozent des BIP.

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