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Bargeld in Gefahr: Verbände fordern gesetzlichen Schutz der Barzahlung

14 Verbraucher- und Sozialverbände appellieren an den Gesetzgeber, die Akzeptanz von Bargeld rechtlich zu sichern.

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Bargeld in Gefahr: Verbände fordern gesetzlichen Schutz der Barzahlung

Ein breites Bündnis aus 14 Verbraucher- und Sozialverbänden schlägt Alarm: Die Möglichkeit zur Barzahlung in Deutschland muss gesetzlich besser geschützt werden. Hinter dem Appell stehen unter anderem der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Sozialverband VdK, die Arbeiterwohlfahrt sowie Diakonie und Caritas. Auch das Deutsche Kinderhilfswerk und Verbände der Schaustellerbranche unterstützen die Initiative.

Die Forderung ist konkret: Der Gesetzgeber soll sicherstellen, dass Bargeld grundsätzlich als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Zudem müssen alle Bürger kostenfrei und barrierefrei in angemessener Nähe Zugang zu Bargeld haben – über Geldautomaten oder alternative Lösungen. Die Selbstverständlichkeit der Barzahlung schwindet zunehmend, warnen die Verbände.

Ob an neuen Selbstbedienungskassen im Supermarkt oder bei der Suche nach dem nächsten Geldautomaten: Bargeld wird zwar noch akzeptiert, doch die Hürden wachsen. Für Händler wird der Service immer teurer, während die Akzeptanz im Handel kontinuierlich abnimmt. Die Deutsche Bundesbank bestätigt in einer aktuellen Untersuchung diesen Trend.

Skandinavien als Warnung

Dass die Diskussion alles andere als theoretisch ist, zeigt der Blick nach Skandinavien. In Schweden werden bereits rund 80 Prozent aller Käufe digital abgewickelt. Viele Geschäfte und Restaurants akzeptieren gar kein Bargeld mehr, Geldautomaten wurden massiv abgebaut. Bargeld wird dort nur noch für Notfälle empfohlen – etwa bei Ausfall von Computersystemen.

Genau vor diesem Szenario warnen die deutschen Verbände eindringlich. Mit der Abschaffung von Bargeld drohen auch wichtige soziale Strukturen verloren zu gehen. Vom Schüler-Flohmarkt bis zum Vereinsfest – ohne Münzen und Scheine funktionieren diese Veranstaltungen kaum noch.

Rechtslage in Deutschland

In Deutschland besteht grundsätzlich Annahmezwang für Bargeld, sofern keine Ausnahmeregelungen kommuniziert werden. Eine gesetzliche Obergrenze für Barzahlungen gibt es nicht. Allerdings müssen Käufer ab 10.000 Euro ihre Identität nachweisen und die Herkunft des Geldes belegen – so verlangt es das Geldwäschegesetz.

Die Barzahlung ist sogar Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts nach Artikel 2 des Grundgesetzes. Die Deutsche Bundesbank ist für die Versorgung mit Bargeld zuständig und sichert diese aktuell noch flächendeckend ab. Doch wie lange noch, wenn der Trend zur Digitalisierung ungebremst weitergeht?

Für Anleger könnte die Debatte um Bargeld auch Auswirkungen auf Zahlungsdienstleister und Fintech-Unternehmen haben. Während Anbieter digitaler Bezahllösungen von einem bargeldlosen Trend profitieren würden, könnten regulatorische Eingriffe zugunsten des Bargeldes ihre Geschäftsmodelle beeinflussen.

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