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Bank of Japan erwägt Anhebung der Inflationsprognose wegen Ölpreisen

Gestiegene Ölpreise und der Nahost-Konflikt zwingen die BoJ zur Überprüfung ihrer Preis- und Wachstumsprognosen.

Bank of Japan erwägt Anhebung der Inflationsprognose wegen Ölpreisen

Die Bank of Japan (BoJ) steht vor einer bedeutenden Anpassung ihrer Inflationsprognose. Laut einem Bloomberg-Bericht, der sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, werden die Vertreter der japanischen Zentralbank bei ihrer geldpolitischen Sitzung in diesem Monat voraussichtlich eine Anhebung ihrer zentralen Preisprognose erörtern.

Konkret soll das Direktorium der BoJ eine Erhöhung der Inflationsprognose für das laufende Geschäftsjahr von derzeit 1,9% in Betracht ziehen. Ausschlaggebend dafür sind die stark gestiegenen Ölpreise, die seit Ausbruch des Krieges zwischen den USA und dem Iran um rund 50% zugelegt haben. Japan ist als rohstoffarmes Land in hohem Maße auf Energieimporte angewiesen, was die Wirtschaft besonders anfällig für Ölpreisschocks macht.

Wachstumsprognose könnte gesenkt werden

Neben der Inflationsanpassung erwägen die Notenbanker laut den Informanten auch eine Senkung der Wirtschaftswachstumsprognose. Der Hintergrund: Ölpreisspitzen belasten die japanische Wirtschaft traditionell durch eine Verschlechterung der sogenannten Terms of Trade – also des Verhältnisses zwischen Export- und Importpreisen. Da eine baldige Entspannung des Nahost-Konflikts unwahrscheinlich erscheint, dürfte dieser Belastungsfaktor vorerst bestehen bleiben.

Der japanische Yen reagierte auf den Bloomberg-Bericht mit einer leichten Aufwertung gegenüber dem US-Dollar. Der Kurs stieg auf 158,81 Yen je Dollar, nachdem er unmittelbar zuvor noch bei 159,07 notiert hatte. Für Devisenhändler und Anleger ist die Geldpolitik der BoJ traditionell ein zentraler Einflussfaktor auf den Yen-Kurs.

Zinserhöhung bei April-Sitzung unwahrscheinlich

Die BoJ wird ihren vierteljährlichen Wirtschaftsausblick zum Abschluss ihrer zweitägigen Sitzung am 28. April aktualisieren. Zu diesem Zeitpunkt steht auch eine Entscheidung über den aktuellen Leitzins von 0,75% an. Die Erwartungen an eine Zinserhöhung während dieser Sitzung haben sich jedoch zuletzt deutlich abgekühlt.

BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda hatte am Montag in seinen öffentlichen Kommentaren auf die mangelnde Klarheit über die weitere Entwicklung des Nahost-Konflikts hingewiesen und dabei keine klaren Signale für eine bevorstehende Zinserhöhung gesendet. Das ist bemerkenswert: Bei den letzten beiden Malen, als die BoJ die Kreditkosten erhöhte, hatte Ueda die jeweiligen Schritte im Voraus signalisiert. Das Ausbleiben solcher Signale gilt Beobachtern daher als deutlicher Hinweis, dass eine Zinserhöhung im April vorerst vom Tisch ist.

Für deutsche Anleger mit Positionen in japanischen Aktien oder Yen-denominierten Anlagen bleibt die Entwicklung der BoJ-Geldpolitik ein wichtiger Beobachtungspunkt. Die Kombination aus steigenden Inflationserwartungen, gedämpften Wachstumsaussichten und geopolitischer Unsicherheit dürfte die Handlungsspielräume der japanischen Notenbank in den kommenden Monaten erheblich einschränken.

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