Bafin warnt vor Bankenkrise durch Immobilienmarkt
Risiken durch spezialisierte Kreditportfolios und IT-Dienstleisterauslagerung im Fokus

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin warnt vor einer potenziellen Krise im Bankensektor, ausgelöst durch den aktuellen Preisverfall bei Gewerbeimmobilien. In ihrem jüngsten Bericht „Risiken im Fokus 2024“ hebt die Bafin hervor, dass insbesondere Banken, die sich auf Gewerbeimmobilienfinanzierungen spezialisiert haben oder in riskante Immobiliensegmente investiert sind, Gefahr laufen, in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.
Der Bericht prognostiziert, dass die schwierige Lage im Gewerbeimmobiliensektor die Erträge der betroffenen Banken noch längere Zeit belasten und zu höheren Risikovorsorgen für ausfallgefährdete Kredite führen wird. Dies könnte, laut Bafin, sogar dazu führen, dass einzelne Institute in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Die Preise für Gewerbeimmobilien sind seit Mitte 2022 infolge gestiegener Kreditzinsen und Baukosten gesunken. Büro- und Einzelhandelsimmobilien leiden besonders unter dem Trend zu Homeoffice und Onlinehandel.
Große Finanzinstitute wie die Aareal Bank und die Pfandbriefbank sowie Landesbanken wie die Helaba, die in großem Umfang in die insolvente Signa-Gruppe investiert sind, haben bereits ihre Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite erhöht.
Trotz dieser Belastungen durch Immobilienkredite verzeichneten die meisten Banken im Jahr 2023 einen Gewinnanstieg, angetrieben durch die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Bafin-Chef Mark Branson warnt jedoch, dass diese "Sonderkonjunktur" nun vorbei sei und die Institute sich auf härtere Zeiten einstellen müssen. Er betont die zunehmenden finanziellen Belastungen für Unternehmen und Verbraucher aufgrund steigender Finanzierungskosten und einer schwachen Konjunktur.
Neben der Immobilienkrise sieht Branson weitere Risiken für die Finanzinstitute, darunter unzureichende Geldwäscheprävention, Cyberattacken und die Konzentration bei der Auslagerung von IT-Dienstleistungen. Die zunehmende Vernetzung und Auslagerung von Aufgaben an spezialisierte IT-Dienstleister macht das Finanzsystem anfälliger für Störungen. Branson warnt vor den Auswirkungen, die IT-Pannen oder Probleme bei Dienstleistern auf das Finanzsystem haben können, besonders bei kritischen Prozessen wie der Zahlungsabwicklung.
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Zur AktienanalyseDie Bafin plant, sich die Auslagerungen der Finanzinstitute und ihre wichtigen Dienstleister in diesem Jahr genauer anzusehen. Branson fordert die Institute auf, bessere Notfallpläne zu entwickeln, um ihre Prozesse auch bei Ausfall eines Dienstleisters aufrechterhalten zu können. Viele Institute verfügen jedoch aktuell über keinen solchen Plan und sind nicht in der Lage, Dienstleistungen kurzfristig an andere Anbieter zu übertragen. Branson betont, dass ein Dienstleisterwechsel oft zu lange dauert, um die Stabilität im schnelllebigen Finanzgeschäft wiederherzustellen, insbesondere bei der Auslagerung in die Cloud.


