ASML-Aktiensplit: Warum ein Split vor 2026 wahrscheinlich ist
Der Halbleiterausrüster ASML notiert bei über 1.600 Dollar – Analysten und Branchentrends sprechen für einen baldigen Aktiensplit.

Der Boom bei Aktien rund um künstliche Intelligenz (KI) hat in den vergangenen Jahren mehrere namhafte Unternehmen dazu veranlasst, Aktiensplits durchzuführen. Die prominentesten Beispiele sind Nvidia mit einem 10:1-Split im Juni 2024 sowie Broadcom, das einen Monat später ebenfalls einen 10:1-Split vollzog. Nun rückt ein weiteres KI-Schwergewicht in den Fokus: der niederländische Halbleiterausrüster ASML.
ASML gilt in der Branche als unverzichtbarer Zulieferer für die Herstellung modernster Chips. Viele Analysten bezeichnen das Unternehmen als das „wichtigste Unternehmen, von dem Sie noch nie gehört haben". Der Aktienkurs ist im vergangenen Jahr um rund 120 Prozent gestiegen und liegt derzeit bei über 1.600 US-Dollar pro Aktie – ein Niveau, das Spekulationen über einen bevorstehenden Aktiensplit befeuert.
Warum ASML im Zentrum der KI-Lieferkette steht
Der Kursanstieg ist kein Zufall. Foundries – also Chipfabriken – benötigen zunehmend Ausrüstung von ASML, um die weltweit fortschrittlichsten KI-Chips herzustellen. Das beschert dem Unternehmen wachsende Aufträge von Schwergewichten wie Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), Intel und Samsung. ASML ist der einzige Hersteller von EUV-Lithografiemaschinen, die für die Produktion der kleinsten und leistungsfähigsten Halbleiter unerlässlich sind.
Trotz des enormen Kursanstiegs hat ASML bislang keinen Aktiensplit angekündigt. Die historische Split-Geschichte des Unternehmens ist zudem ungewöhnlich: Seit dem Jahr 2000 hat ASML keinen klassischen Vorwärts-Split mehr durchgeführt. Stattdessen vollzog das Unternehmen in der Vergangenheit sogenannte Reverse-Splits – also Aktienzusammenlegungen. Im Jahr 2007 führte ASML einen Reverse-Split im Verhältnis 8:9 durch und schüttete dabei 960 Millionen Euro (rund 1,1 Milliarden Dollar) an die Aktionäre aus. 2012 folgte ein weiterer Reverse-Split im Verhältnis 77:100, bei dem die Aktionäre 9,18 Euro (rund 10,69 Dollar) je Aktie erhielten.
Vergleich mit Nvidia und Broadcom spricht für einen Split
Angesichts des heutigen hohen Nominalpreises ist ein erneuter Reverse-Split unwahrscheinlich. Vielmehr legt der Vergleich mit Branchenkollegen einen klassischen Vorwärts-Split nahe. Der aktuelle ASML-Kurs liegt deutlich über dem Niveau, das Nvidia vor seinem Split im Jahr 2024 erreicht hatte, und bewegt sich nahe am Kurs von Broadcom vor dessen Split zum gleichen Zeitpunkt.
Ein niedrigerer Aktienkurs nach einem Split hätte für Anleger konkrete Vorteile, auch wenn ein Aktiensplit den Gesamtwert der gehaltenen Aktien nicht verändert. Zu den möglichen Vorteilen zählen:
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Fazit: Wahrscheinlichkeit eines Splits ist hoch
Obwohl ASML keinen Split offiziell angekündigt hat, sprechen Aktienkurs, Branchentrends und der Vergleich mit Wettbewerbern deutlich für einen solchen Schritt noch vor Ende 2026. Für deutsche Privatanleger ist ASML als europäisches Unternehmen mit Sitz in Eindhoven besonders relevant – die Aktie ist sowohl an der Nasdaq als auch an der Euronext Amsterdam notiert. Angesichts des anhaltenden Interesses an KI-Aktien könnte ein Split dazu beitragen, noch mehr Anleger für das Wachstumspotenzial von ASML zu begeistern.


