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Apollo-CEO Rowan weist jede Verbindung zu Epstein zurück

Asset Manager stellt klar: Nur Mitgründer Black hatte Kontakt zum verurteilten Sexualstraftäter

Apollo-CEO Rowan weist jede Verbindung zu Epstein zurück

Apollo Global Management hat am Mittwoch in einem Schreiben an Kunden und Partner klargestellt, dass CEO Marc Rowan keinerlei geschäftliche oder private Beziehung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unterhalten habe. Die Stellungnahme erfolgt vor dem Hintergrund neu veröffentlichter Dokumente, die für Unruhe in der US-Finanzbranche sorgen.

Das Unternehmen betonte, dass außer dem ehemaligen Mitgründer Leon Black niemand bei Apollo eine Verbindung zu Epstein hatte. "Weder Marc Rowan noch sonst jemand bei Apollo (mit Ausnahme von Leon Black) hatte eine geschäftliche oder persönliche Beziehung zu Jeffrey Epstein", heißt es in der offiziellen Erklärung. In den veröffentlichten Epstein-Dokumenten wird weder Apollo noch dessen Führungskräfte eine Beteiligung an oder Kenntnis von Epsteins illegalen Aktivitäten vorgeworfen.

Die Reaktion des Asset Managers kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Zwei Lehrergewerkschaften, die über ihre Pensionsfonds in Apollo investiert sind, forderten die US-Börsenaufsicht SEC am Dienstag auf, Untersuchungen wegen angeblich "irreführender" Aussagen des Unternehmens einzuleiten. Die American Federation of Teachers und die American Association of University Professors werfen Apollo vor, Investoren nicht vollständig über die Epstein-Verbindungen informiert zu haben.

Blacks Rücktritt und Führungswechsel

Leon Black, Milliardär und Mitgründer von Apollo, verließ das Unternehmen Anfang 2021. Der Schritt war Teil umfassender Änderungen in der Corporate Governance, die durch eine Überprüfung seiner Verbindungen zu Epstein ausgelöst wurden. Marc Rowan übernahm daraufhin die Position des CEO.

Eine zuvor veröffentlichte Untersuchung der Anwaltskanzlei Dechert LLP hatte Black von Fehlverhalten freigesprochen. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Black zwar versucht habe, Epstein seinen Mitgründern Rowan und Josh Harris vorzustellen, aber kein Mitarbeiter außer Black "jemals ernsthaft in Erwägung gezogen hat, Epstein einzustellen".

Geplante Treffen ohne Bestätigung

Die jüngst veröffentlichten Dokumente enthüllen eine Korrespondenz zwischen Rowans Büro und Epsteins Büro, in der mindestens fünf geplante Treffen zwischen den beiden Männern diskutiert werden. Reuters konnte zunächst nicht überprüfen, ob diese Treffen tatsächlich stattgefunden haben.

Apollo erklärte dazu, die Dokumente enthielten "nichts Neues". In einzelnen Fällen hätten Rowan und andere Apollo-Mitarbeiter Epstein lediglich Informationen im Zusammenhang mit dessen Steuerarbeit für Black zur Verfügung gestellt. Die Dokumente zeigen zudem, dass Brad Wechsler, der das Family Office von Black leitete, Apollo-Mitarbeiter per E-Mail gebeten hatte, Epstein aufgrund seiner "inhaltlichen Expertise" in Unterlagen zu Steuerangelegenheiten aufzuführen.

Zurückgewiesene Annäherungsversuche

"Obwohl Herr Epstein versuchte, mit den anderen Apollo-Mitbegründern außer Herrn Black zusammenzuarbeiten, wurde dies auf Schritt und Tritt abgelehnt", stellte Apollo klar. Die neuesten Dokumente haben eine erneute Überprüfung der Apollo-Führung herbeigeführt, nachdem Epstein 2008 wegen Prostitutionsdelikten, darunter eines mit einer Minderjährigen, verurteilt worden war.

Epstein starb 2019 in einer Gefängniszelle in Manhattan. Sein Tod wurde als Suizid eingestuft. Auf Anordnung des US-Kongresses hat das Justizministerium eine Vielzahl von Dokumenten veröffentlicht, die Epstein mit prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Finanzen, Wissenschaft und Wirtschaft in Verbindung bringen.

Weitreichende Folgen für die Finanzbranche

Die Enthüllungen haben mehrere Großbanken erfasst, darunter UBS und Morgan Stanley, die zwischen 2015 und 2019 Konten für Epsteins Trusts eröffneten – Jahre nachdem er verurteilt und als Sexualstraftäter registriert worden war. Der Skandal erweist sich auch als anhaltendes politisches Problem für US-Präsident Donald Trump, der in den 1990er und 2000er Jahren gesellschaftlichen Kontakt zu Epstein pflegte.

Trotz des eskalierenden Aufschreis und der weltweiten Verurteilung blieben die Konsequenzen für die in den USA des Fehlverhaltens Beschuldigten weitgehend begrenzt. Kritiker bemängeln, dass Eliten selten zur Rechenschaft gezogen werden.

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