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Apfelernte übertrifft erstmals seit 2022 die Million

Pflaumen, Zwetschgen und Federweißer profitieren ebenfalls von günstiger Witterung

Apfelernte übertrifft erstmals seit 2022 die Million

Die Obstbauern in Deutschland blicken in diesem Jahr auf eine außergewöhnlich gute Apfelsaison. Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes dürfte die Erntemenge erstmals seit 2022 wieder über der Marke von einer Million Tonnen liegen. Mit rund 1.009.000 Tonnen wird eine Erntemenge erwartet, die nicht nur 3,9 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegt, sondern auch fast 16 Prozent höher als im Vorjahr ausfällt. Gründe für diesen Anstieg sind die günstigen Witterungsbedingungen zur Blütezeit. Frost und Hagel, die sonst häufig Schäden an den Obstkulturen verursachen, blieben in den meisten Regionen aus, während die milden Temperaturen die Entwicklung der Früchte begünstigten.

Äpfel sind mit Abstand das wichtigste Baumobst in Deutschland. Auf einer Anbaufläche von insgesamt 32.700 Hektar wächst die Mehrheit der Früchte in zwei Bundesländern. Baden-Württemberg verfügt über 11.600 Hektar, vor allem in der Bodenseeregion, während Niedersachsen mit 8.400 Hektar insbesondere im Alten Land bedeutende Flächen aufweist. Zusammengenommen entfallen mehr als zwei Drittel der deutschen Apfelproduktion auf diese beiden Regionen. Damit bleibt die geographische Konzentration der Erzeugung ähnlich wie in den Vorjahren.

Auch bei anderen Früchten zeichnen sich positive Ernteaussichten ab. Pflaumen und Zwetschgen dürften in diesem Jahr ebenfalls überdurchschnittlich reichlich ausfallen. Die Obstbaubetriebe rechnen mit rund 44.500 Tonnen, was 1,6 Prozent mehr ist als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre von 43.800 Tonnen. Der Vorjahreswert entsprach ebenfalls diesem Durchschnitt, sodass 2025 ein leichter Anstieg verzeichnet wird. Die größten Anbauflächen für Pflaumen und Zwetschgen befinden sich in Baden-Württemberg mit 1.700 Hektar sowie in Rheinland-Pfalz mit 900 Hektar.

Parallel zur Obsternte hat in den deutschen Weinbaugebieten die Lese begonnen. Damit wird in den kommenden Tagen der erste Federweiße erwartet. Traditionell fällt der Beginn der Saison in die Zeit zwischen Ende August und Anfang September. Laut dem Deutschen Weininstitut sind die aktuellen Wetterbedingungen besonders günstig für die Entwicklung der Trauben. Federweißer, ein teilweise gegorener Traubenmost, wird noch während der Gärung in Flaschen abgefüllt. Er zeichnet sich durch seinen prickelnden, spritzigen und süßen Geschmack aus. Je länger er gärt, desto stärker steigt der Alkoholgehalt, der zwischen vier und etwa elf Prozent liegen kann. Zu Beginn der Saison ist er deutlich süßer, bevor mit fortschreitender Gärung mehr Alkohol entsteht.

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