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American Express setzt auf Luxuskarten: Platinum Card mit 895 Dollar Jahresgebühr

Kreditkartenanbieter verlagert Fokus auf kaufkräftige Kundschaft und profitiert von zweigeteilter US-Wirtschaft.

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American Express setzt auf Luxuskarten: Platinum Card mit 895 Dollar Jahresgebühr

American Express verschärft seinen Fokus auf wohlhabende Kunden und investiert verstärkt in Premium-Kreditkarten. Das Unternehmen hat seine Marketingbudgets auf die überarbeitete Platinum Card verlagert, die eine Jahresgebühr von 895 Dollar kostet, während gebührenfreie Cash-Back-Karten in den Hintergrund rücken. Dies gab CEO Stephen Squeri nach Vorlage der Quartalszahlen bekannt.

Die Strategie zahlt sich aus: Hochpreisige Konsumenten treiben die Umsätze, während gleichzeitig die Kreditausfälle sinken. Die Premium-Karten generieren nicht nur höhere Gebühreneinnahmen, sondern ziehen auch zahlungskräftigere Kunden an. Die Zahl neuer Kartenkonten sank zum Jahresende auf 2,9 Millionen – der niedrigste Wert seit fünf Quartalen. Dies ist jedoch gewollt, da sich AmEx bewusst auf rentablere Kartenprodukte konzentriert.

K-förmige Wirtschaft treibt Luxusausgaben

Die Daten von American Express zeichnen ein klares Bild der zweigeteilten US-Wirtschaft: Während wohlhabende Verbraucher ungebremst konsumieren, schränken andere ihre Ausgaben ein. Die Nachfrage nach High-End-Produkten und Luxuserlebnissen beschleunigt sich, während grundlegende Kategorien langsamer wachsen.

Besonders deutlich zeigt sich dies in den Zahlen: Die Ausgaben bei Luxuseinzelhändlern stiegen im vierten Quartal um 15 Prozent. Business- und First-Class-Flugtickets legten um 9 Prozent zu, Luxushotels verzeichneten ein Plus von 12 Prozent. Zum Vergleich: Die allgemeinen Ausgaben für Fluggesellschaften wuchsen nur um 3 Prozent, für Beherbergungsbetriebe um 5 Prozent.

Erfolgreicher Relaunch trotz Analystenskepsis

CFO Christophe Le Caillec betonte im CNBC-Interview, dass die wohlhabendsten Kartenmitglieder die Ergebnisse maßgeblich bestimmen. Die Kommentare zerstreuten Befürchtungen von Analysten, der Relaunch der Platinum Card im vergangenen Herbst sei nicht erfolgreich verlaufen. CEO Squeri erklärte, alle relevanten Kennzahlen sprächen für eine "äußerst erfolgreiche Produkteinführung".

Dennoch reagierte die Börse verhalten: Die AmEx-Aktie fiel im Mittagshandel um 3,5 Prozent. Der Gewinn je Aktie von 3,53 Dollar lag einen Cent unter der Konsensschätzung. Als Grund nannte das Unternehmen höher als erwartete Ausgaben von 14,5 Milliarden Dollar, die teilweise durch die Kosten für die Überarbeitung der Platinum Card verursacht wurden.

Die Strategie von American Express zeigt exemplarisch, wie Finanzdienstleister auf die veränderte Wirtschaftslage reagieren: Statt auf Masse setzen sie auf kaufkräftige Kunden, die auch in unsicheren Zeiten konsumfreudig bleiben. Für das Unternehmen bedeutet dies höhere Margen bei gleichzeitig geringerem Kreditrisiko.

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