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AMD-Aktie unter Druck: Schwache Prognose belastet Halbleitersektor

Chiphersteller enttäuscht mit Umsatzausblick für Q1, während KI-Euphorie schwindet und Nvidia-Konkurrenz zunimmt.

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AMD-Aktie unter Druck: Schwache Prognose belastet Halbleitersektor

Die Aktie von AMD geriet am Dienstag unter erheblichen Verkaufsdruck, nachdem der Chiphersteller eine enttäuschende Umsatzprognose für das erste Quartal vorgelegt hatte. Der Kursrückgang erfolgt parallel zu einem breiteren Ausverkauf bei Technologieaktien, der durch wachsende Skepsis über den praktischen Nutzen von KI-Investitionen ausgelöst wurde.

AMD prognostiziert für das laufende Quartal einen Umsatz von rund 9,8 Milliarden Dollar, was zwar leicht über den Analystenschätzungen von 9,67 Milliarden Dollar liegt, jedoch deutlich unter den 10,27 Milliarden Dollar des Vorquartals. Besonders kritisch: Ohne einen kurzfristigen Sondereffekt durch China-Geschäft in Höhe von 390 Millionen Dollar hätte das wichtige Rechenzentrumssegment die Erwartungen im vierten Quartal verfehlt.

"In einem derart intensiven Umfeld lagen die Gesamtergebnisse ohne den China-Schub nicht wirklich über den Erwartungen", analysierte Bernstein-Analyst Stacy Rasgon. Die kurzfristigen KI-Zahlen würden "nicht wirklich anziehen", was Investoren zunehmend beunruhigt.

Nvidia-Offensive setzt AMD unter Druck

Analysten warnen, dass AMDs KI-Gewinne von einer kleinen Kundenbasis abhängen. Gleichzeitig wirbt Konkurrent Nvidia aggressiv um Partner der Wettbewerber, unter anderem mit einer gemeldeten 20-Milliarden-Dollar-Initiative im Zusammenhang mit dem Chip-Startup Groq. Diese Offensive könnte AMDs Marktposition weiter schwächen.

CEO Lisa Su versuchte die Investoren zu beruhigen und erklärte, die Nachfrage nach KI-Servern der nächsten Generation werde sich in der zweiten Jahreshälfte stark beschleunigen. Lieferungen an OpenAI und andere Großkunden sollen dann deutlich zunehmen. Eine globale Speicherchip-Knappheit werde die Produktion nicht einschränken, versicherte Su.

Breiter Ausverkauf im Halbleitersektor

Der gesamte Chipsektor litt unter Verkaufsdruck. Nvidia fiel um 0,6 Prozent, Broadcom rutschte um 1,24 Prozent ab. Der iShares Halbleiter-ETF (SOXX) gab im vorbörslichen Handel um 0,5 Prozent nach. Auslöser war die Veröffentlichung eines aktualisierten Chatbots von KI-Entwickler Anthropic, die Befürchtungen schürte, dass KI-Tools klassische Software ersetzen könnten.

Für Hardwarehersteller wie AMD und Nvidia wächst das Risiko, dass die enormen KI-Investitionen der Big-Tech-Konzerne nur begrenzte Produktivitätssteigerungen in der Praxis zeigen. Die Geduld der Investoren angesichts steigender Ausgaben schwindet zusehends.

Bewertung bleibt ambitioniert

Trotz der Kurskorrektur weist AMD mit einem Forward-KGV von 33,16 eine deutlich höhere Bewertung auf als beispielsweise Super Micro Computer, das zu einem KGV von 10,81 gehandelt wird. Super Micro hatte zeitgleich mit einem optimistischen Jahresausblick überrascht und einen Kurssprung von über 10 Prozent verzeichnet.

Obwohl sich die AMD-Aktie im bisherigen Jahresverlauf 2025 verdoppelt hatte und damit den Chip-Index übertraf, zeigt die aktuelle Reaktion, dass Investoren konkrete Ergebnisse sehen wollen. Die Abhängigkeit von wenigen Großkunden und der intensive Wettbewerb mit Nvidia bleiben zentrale Risikofaktoren für die weitere Kursentwicklung.

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