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Amazon übernimmt Globalstar für rund 11,6 Milliarden Dollar

Mit der Milliarden-Akquisition will Amazon sein LEO-Satellitengeschäft ausbauen und SpaceX Starlink Konkurrenz machen.

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Amazon übernimmt Globalstar für rund 11,6 Milliarden Dollar

Amazon übernimmt den Satellitenbetreiber Globalstar für 90 US-Dollar je Aktie. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf rund 11,57 Milliarden US-Dollar. Der Deal soll Amazons noch junges Satelliten-Internetgeschäft deutlich stärken und dem Konzern helfen, mit Elon Musks SpaceX zu konkurrieren. Die Märkte reagierten positiv: Globalstar-Aktien stiegen um mehr als 9 Prozent, Amazon-Papiere legten über 2 Prozent zu.

Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt Amazon den gesamten bestehenden Satellitenbetrieb von Globalstar, einschließlich der Infrastruktur, der Vermögenswerte sowie einiger Frequenzlizenzen mit weltweiten Genehmigungen. Die neuen Satelliten von Globalstar und die bestehende Flotte sollen parallel zum Amazon-eigenen Netzwerk betrieben werden. Globalstar-Aktionäre erhalten die Wahl: entweder 90 US-Dollar in bar oder 0,3210 Stammaktien von Amazon pro gehaltener Aktie. Der Abschluss der Transaktion wird für das Jahr 2027 erwartet.

Eigenes Direct-to-Device-System bis 2028

Amazon erklärte, die Akquisition werde es dem Unternehmen ermöglichen, ein eigenes Direct-to-Device-Satellitensystem aufzubauen. Der Einsatz dieses Systems soll voraussichtlich im Jahr 2028 beginnen. Damit tritt Amazon in direkten Wettbewerb mit SpaceX, das bereits ein entsprechendes Angebot unter dem Namen Starlink Mobile betreibt.

Globalstar ist kein unbekannter Name in der Satellitenwelt. Das Unternehmen betreibt derzeit rund 24 Satelliten und unterstützt unter anderem die Notruf-SOS-Funktion von Apple. Diese Funktion ermöglicht es Apple-Geräten, Textnachrichten auch in abgelegenen Gebieten ohne herkömmliche Mobilfunkabdeckung zu versenden. Apple hatte sich im Jahr 2024 mit 20 Prozent an Globalstar beteiligt – im Rahmen einer Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar, um die Satellitenkonstellation und die Bodeninfrastruktur des Unternehmens zu stärken.

Amazons Aufholjagd gegenüber Starlink

Amazon stellte seine Pläne zum Aufbau einer Satellitenkonstellation in der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) vor rund sechs Jahren vor. Das Projekt, ursprünglich unter dem Namen „Project Kuiper" bekannt und kürzlich in „Leo" umbenannt, soll Verbrauchern, Unternehmen und Regierungen schnelles Internet mit geringer Latenz über quadratische Terminals bereitstellen. Seit April des vergangenen Jahres hat Amazon im Rahmen einer Serie von Raketenstarts durch Partner wie die United Launch Alliance und SpaceX mehr als 240 Satelliten ins All befördert.

Allerdings sah sich Amazon mit erheblichen Verzögerungen konfrontiert. Das Unternehmen bat die US-Telekommunikationsbehörde FCC im Januar um mehr Zeit, um eine Frist einzuhalten, die den Start von rund 1.600 Satelliten bis Juli 2026 vorschreibt. Der Rückstand gegenüber dem Marktführer ist beträchtlich: SpaceX Starlink dominiert den Markt für Satelliten-Internet mit mehr als 10.000 Satelliten im Orbit und über 9 Millionen Nutzern weltweit. Zuletzt erhielt SpaceX von der FCC zudem die Genehmigung, weitere 7.500 Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen.

Mit der Übernahme von Globalstar verschafft sich Amazon nicht nur wertvolle Infrastruktur und Frequenzlizenzen, sondern auch operatives Know-how im Satellitenbetrieb. Für deutsche Privatanleger ist der Deal ein klares Signal, dass der Wettbewerb im Markt für Satelliten-Internet erheblich an Fahrt aufnimmt – mit Amazon als ernstzunehmendem Herausforderer für SpaceX.

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