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Aktivisten fordern SNB zum Verkauf der Palantir-Beteiligung auf

Eine Delegation aus Minneapolis reiste zur SNB-Generalversammlung nach Bern und forderte den Verkauf der 1,1-Milliarden-Dollar-Beteiligung.

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Aktivisten fordern SNB zum Verkauf der Palantir-Beteiligung auf

Aktivisten aus Minneapolis haben die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Freitag öffentlich aufgefordert, ihre Beteiligung an Palantir Technologies zu veräußern. Die Delegation präsentierte auf der Generalversammlung der Zentralbank in Bern die Forderung des Stadtrats von Minneapolis, die Beziehungen zu dem Datenanalyseunternehmen zu beenden. Hintergrund sind die Verbindungen von Palantir zur US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE sowie umstrittene Überwachungsaktivitäten.

Die SNB hielt Ende 2024 insgesamt 6,24 Millionen Palantir-Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden US-Dollar. Diese Beteiligung ist Teil der gewaltigen Fremdwährungsanlagen der Zentralbank, die sich auf 725 Milliarden Schweizer Franken (rund 922 Milliarden US-Dollar) belaufen. Die SNB kauft Aktien entsprechend ihrer Gewichtung an den globalen Märkten, anstatt gezielt einzelne Unternehmen auszuwählen.

Palantir und die US-Einwanderungsbehörde ICE

Palantir, das vom Tech-Milliardär Peter Thiel mitgegründete Unternehmen, erhielt im vergangenen Jahr einen Auftrag der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE zur Entwicklung von Überwachungssystemen. Die Arbeit des Unternehmens geriet besonders nach tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger in Minneapolis im Januar unter verschärfte Beobachtung. An diesen zwei separaten Vorfällen waren Einwanderungsbeamte beteiligt.

„Palantir ist eine Bedrohung für unsere Demokratie, nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern weltweit", erklärte Janette Corcelius, Mitglied der Delegation aus Minneapolis. Die Gruppe war von der Aktivistenorganisation BreakFree Suisse zur SNB-Generalversammlung eingeladen worden. Auch Guillaume Durin von BreakFree Suisse äußerte sich deutlich: „Palantir verstößt eindeutig gegen die Richtlinien der SNB. Das Investment der SNB verleiht Unternehmen wie Palantir einen Anschein von Seriosität."

SNB lehnt Stellungnahme zu einzelnen Positionen ab

Die SNB reagierte zurückhaltend auf die Forderungen. Die Zentralbank lehnte eine Stellungnahme zu einzelnen Vermögenswerten ab, betonte jedoch, ihre Bestände regelmäßig zu überprüfen. Gemäß den eigenen Anlagerichtlinien investiert die SNB nicht in Unternehmen, die grob gegen allgemein anerkannte Schweizer Werte verstoßen, grundlegende Menschenrechte schwerwiegend verletzen oder systematisch schwere Umweltschäden verursachen.

Palantir selbst reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. CEO Alex Karp hatte jedoch Anfang des Jahres die Überwachungstechnologie des Unternehmens verteidigt. In einem Brief an die Aktionäre erklärte er, die Technologie stelle sicher, dass der „Staat und seine Beauftragten nur das sehen können, was gesehen werden sollte", und verwies auf eingebaute Schutzmechanismen gegen staatliche Übergriffe.

Andere Investoren haben bereits verkauft

Die SNB ist nicht der einzige Großinvestor, der mit Forderungen nach einem Palantir-Ausstieg konfrontiert wird. Der nordische Finanzdienstleister Storebrand Asset Management hat seine Palantir-Beteiligung aufgrund der Tätigkeiten des Unternehmens bereits veräußert. Damit wächst der internationale Druck auf institutionelle Anleger, ihre Investments in das umstrittene Datenanalyseunternehmen zu überdenken.

Für die SNB stellt der Fall eine besondere Herausforderung dar: Als Zentralbank verfolgt sie keine aktive Einzeltitelauswahl, sondern bildet die globalen Märkte passiv ab. Eine gezielte Desinvestition würde daher eine bewusste Ausnahme von dieser Strategie bedeuten und einen Präzedenzfall schaffen.

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