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Admin-Abende für Paare: Wie eine Gewohnheit Stress abbaut

Regelmäßige „Admin-Abende" verbessern laut Experten die Beziehungszufriedenheit – und 78 % der Paare bestätigen das.

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Admin-Abende für Paare: Wie eine Gewohnheit Stress abbaut

Rechnungen bezahlen, Urlaub planen, Einkäufe koordinieren – nicht alles in einer Partnerschaft ist romantisch. Viele Paare haben deshalb eine ungewöhnliche, aber offenbar wirkungsvolle Gewohnheit entwickelt: den sogenannten „Admin-Abend". Eine aktuelle Umfrage des US-amerikanischen Partnervermittlungsunternehmens Tawkify unter 919 in einer Partnerschaft lebenden Erwachsenen zeigt, wie verbreitet diese Praxis bereits ist.

Demnach halten 41 % der Generation Z, 33 % der Generation X und 30 % der Millennials regelmäßige Admin-Abende ab. Dabei widmen sich die Paare gemeinsam organisatorischen Aufgaben wie Budgetplanung, Ausgabenverfolgung, Reise- und Urlaubsplanung, Essensplanung sowie der allgemeinen Terminplanung. Das Ergebnis ist bemerkenswert: 78 % der Paare, die diese Abende konsequent einplanen, geben an, dass ihre Beziehungszufriedenheit dadurch gestiegen ist.

Warum Admin-Abende so wirksam sind

Für Fachleute kommt dieses Ergebnis nicht überraschend. „Das Admin-Meeting ist eines der Rituale, die ich meinen Paaren immer auftrage", sagt Sara Nasserzadeh, Beziehungsexpertin und TED-Sprecherin. Sie betont, dass es sich dabei um weit mehr als eine simple To-do-Liste handelt: „Das ist kein Smalltalk. Sie verhandeln über die operative Infrastruktur eines gemeinsamen Lebens. Das verdient Ihre volle Aufmerksamkeit."

Psychotherapeutin Amy Morin, Autorin von „13 Things Mentally Strong Couples Don't Do", erklärt den Mechanismus dahinter: Admin-Abende helfen Paaren, ihre gemeinsame Zeit besser zu strukturieren und verschiedene Rollen in der Beziehung klar voneinander zu trennen. Jede Seite wisse, wofür sie verantwortlich sei und was wöchentlich erledigt werden müsse. Besonders wertvoll sei die Möglichkeit, bestimmte Gespräche gezielt zu kanalisieren – etwa Budgetfragen beim Admin-Abend zu besprechen, statt sie spontan während eines gemeinsamen Ausgehabends aufzuwerfen. Insgesamt nehme dies bei vielen Paaren „tendenziell eine Menge Stress heraus", so Morin.

So gelingt der Einstieg in die Praxis

Wer Admin-Abende einführen möchte, sollte wissen: Den einen richtigen Rhythmus gibt es nicht. Nasserzadeh empfiehlt, die Sitzungen am Wochenende mittags abzuhalten, wenn beide Partner ausgeruht sind. Wer das nicht umsetzen kann, solle einen festen Abend wählen und diesen konsequent beibehalten. Wichtig sei auch eine gute Vorbereitung: Nasserzadeh rät, jede erledigte Aufgabe der vergangenen Woche auf einer „Schmerzskala von eins bis zehn" zu bewerten. So lässt sich gemeinsam herausfinden, welche Aufgaben wer gerne übernimmt – oder zumindest ohne Widerwillen erledigt.

Nicht für jedes Paar ist das Format jedoch das Richtige. Morin stellt fest, dass manche Paare den Admin-Abend als zu formal oder seltsam empfinden – „wie ein Geschäftsmeeting mit dem Partner". Auch das sei völlig in Ordnung. In diesem Fall empfiehlt sie, gemeinsam einen individuellen Weg zu finden, wie administrative Aufgaben aufgeteilt und besprochen werden können. Entscheidend sei nicht die Form, sondern dass beide Partner eine funktionierende Struktur für den gemeinsamen Alltag entwickeln.

Für deutsche Paare, die häufig über mangelnde Zeit und Alltagsstress klagen, könnte das Konzept des Admin-Abends eine praktische Lösung sein. Die Zahlen aus der US-Umfrage legen nahe, dass eine klare Struktur im Beziehungsalltag nicht Distanz schafft, sondern im Gegenteil die Zufriedenheit beider Partner deutlich steigern kann.

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