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ADAC fordert Vorrang für Super E10

Biosprit soll Emissionen senken und Platz für neue Kraftstoffe schaffen

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 ADAC fordert Vorrang für Super E10

Der ADAC fordert eine stärkere Verbreitung von Super E10 an deutschen Tankstellen. Der Kraftstoff enthält bis zu zehn Prozent Bioethanol und gilt laut ADAC als günstiger und umweltfreundlicher als das bisher häufiger genutzte Super E5, das maximal fünf Prozent Ethanol enthält. Der Verband spricht sich dafür aus, Super E10 zur neuen Standardsorte zu machen. Autofahrer greifen bislang meist zu E5, obwohl Fahrzeuge ab dem Baujahr 2011 laut ADAC-Präsident Christian Reinicke problemlos mit E10 betrieben werden könnten.

Die Tankstellen sind derzeit gesetzlich verpflichtet, E5 anzubieten. Reinicke hält diese Vorgabe für überholt und schlägt vor, stattdessen Super E10 zur verpflichtenden Sorte zu machen. Sollten die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, seien auch weitere Schritte nicht ausgeschlossen. Ziel sei es, klimafreundlichere Alternativen an Tankstellen zu etablieren und diese für Verbraucher attraktiv zu machen.

Nach Angaben des ADAC könnten durch den Einsatz von Super E10 jährlich bis zu drei Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Die Reduktion beruhe auf dem Einsatz von Bioethanol aus umweltverträglich angebauten Pflanzen. Darüber hinaus würden laut einer Berechnung des Bundesverbands der Bioethanolwirtschaft auch die Emissionen von Stickoxiden und Feinstaub im Vergleich zu Super E5 deutlich gesenkt. Der ADAC verweist auf eine durchschnittliche Minderung der Stickoxidbelastung um 25 Prozent und eine Verringerung des Feinstaubausstoßes um mehr als 70 Prozent.

Trotz dieser Vorteile bleibt der Marktanteil von E10 in Deutschland relativ gering. Im Jahr 2023 lag der Anteil laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bei 27,4 Prozent, während E5 mit 67,5 Prozent dominierte. Der Anstieg des E10-Anteils war damit im Vergleich zu den Vorjahren nur gering. 2020 hatte der E10-Anteil noch bei 13,9 Prozent gelegen, war jedoch durch steigende Spritpreise vorübergehend gewachsen.

Der Bundesverband Freier Tankstellen unterstützt die Forderung nach einer stärkeren Marktöffnung. Die derzeitige Verpflichtung zur Bereitstellung von E5 binde wichtige Ressourcen. Zudem sei die Sorte motortechnisch nicht mehr relevant. Der Verband spricht sich für eine freie Entscheidung der Kunden und Tankstellen aus und verweist auf die Notwendigkeit, Platz für neue Kraftstoffe wie den erneuerbaren Diesel HVO zu schaffen.

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