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ACA-Anmeldungen sinken um Millionen: Streit über die Ursachen

Rund 3 Millionen Menschen weniger sind im US-Krankenversicherungsmarkt eingeschrieben – und die Erklärungen dafür gehen weit auseinander.

• 2 Min
ACA-Anmeldungen sinken um Millionen: Streit über die Ursachen

Die Zahl der Einschreibungen im Marktplatz des Affordable Care Act (ACA) ist seit Ende 2025 um rund 3 Millionen Personen zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von etwa 13 Prozent, wie das US-Gesundheitsministerium mitteilte. Dieser deutliche Einbruch sorgt in Washington für eine politisch aufgeladene Debatte über die eigentlichen Ursachen.

Die Trump-Administration macht Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung für den Rückgang verantwortlich. Demnach seien im Zuge von Überprüfungen unrechtmäßige Einschreibungen aufgedeckt und bereinigt worden, was die Gesamtzahl der Versicherten entsprechend gesenkt habe. Die Regierung stellt den Rückgang damit als Erfolg ihrer Kontrollbemühungen dar.

Experten sehen andere Ursache

Gesundheitspolitische Experten widersprechen dieser Darstellung jedoch deutlich. Ihrer Einschätzung nach ist das Auslaufen der erhöhten Beitragszuschüsse der entscheidende Faktor für den Einbruch bei den Anmeldezahlen. Diese Zuschüsse hatten die Kosten für viele Versicherte in den vergangenen Jahren spürbar gesenkt und damit die Attraktivität des ACA-Marktplatzes erhöht.

Mit dem Wegfall dieser finanziellen Unterstützung stiegen die Prämien für zahlreiche Versicherte wieder an. Für viele Haushalte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen wurde eine Krankenversicherung über den ACA-Marktplatz dadurch schlicht zu teuer. Experten sehen darin die plausiblere Erklärung für den massiven Rückgang der Einschreibungen.

Darüber hinaus weisen Fachleute auf die politische Dimension der unterschiedlichen Erklärungsansätze hin. Betrug sei in einem Midterm-Wahljahr ein wirkungsvolleres politisches Argument für die Republikaner, so die Einschätzung der Experten. Die Betonung von Betrugsbekämpfung ermögliche es der Partei, den Rückgang als Erfolg zu verbuchen, anstatt ihn als Folge ausgelaufener Subventionen erklären zu müssen.

Hintergrund: Der Affordable Care Act

Der Affordable Care Act, auch bekannt als „Obamacare", wurde 2010 unter Präsident Barack Obama eingeführt. Das Gesetz schuf staatlich regulierte Versicherungsmarktplätze, über die US-Bürger Krankenversicherungen abschließen können – oft mit staatlicher Unterstützung in Form von Beitragszuschüssen. Für Millionen Amerikaner ist der ACA-Marktplatz die einzige erschwingliche Möglichkeit, eine Krankenversicherung zu erhalten.

Die erhöhten Beitragszuschüsse, deren Auslaufen Experten nun als Hauptursache für den Einbruch sehen, waren ursprünglich als temporäre Maßnahme eingeführt worden, um die Versicherungsquote zu steigern. Ihr Wegfall trifft besonders einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen hart, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, um sich eine Krankenversicherung leisten zu können.

Der Streit zwischen der Trump-Regierung und Gesundheitsexperten über die Ursachen des Rückgangs verdeutlicht, wie stark das Thema Krankenversicherung in den USA politisch aufgeladen bleibt. Mit Blick auf die bevorstehenden Midterm-Wahlen dürfte die Debatte über den ACA und die Versorgung von Millionen Amerikanern weiter an Intensität gewinnen.

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