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Abnehmpillen könnten Airlines Milliarden sparen

Wall-Street-Analysten sehen in neuen Abnehm-Medikamenten einen unerwarteten Gewinnbringer für Fluggesellschaften. Durch geringeres Passagiergewicht könnten die Treibstoffkosten deutlich sinken.

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Abnehmpillen könnten Airlines Milliarden sparen

Die Investmentbank Jefferies hat eine überraschende Prognose für die Luftfahrtbranche veröffentlicht: Der zunehmende Erfolg von Abnehm-Medikamenten könnte den Fluggesellschaften erhebliche Treibstoffeinsparungen bescheren. Mit der Einführung der ersten GLP-1-Tabletten zur Gewichtsreduktion erwarten Analysten eine breite gesellschaftliche Akzeptanz, die sich direkt auf die Betriebskosten der Airlines auswirken könnte.

Milliardengeschäft Treibstoff

Für die vier größten US-Fluggesellschaften – American Airlines, Delta Air Lines, United Airlines und Southwest Airlines – stellt Treibstoff den größten Einzelkostenblock dar. Jefferies schätzt, dass diese Carrier 2026 zusammen rund 16 Milliarden Gallonen Treibstoff zu durchschnittlich 2,41 Dollar pro Gallone verbrauchen werden. Dies entspricht einer kombinierten Treibstoffrechnung von fast 39 Milliarden Dollar, was nahezu 19 Prozent der gesamten Betriebskosten ausmacht.

Gewichtsreduktion als Gewinnhebel

"Eine schlankere Gesellschaft bedeutet geringeren Treibstoffverbrauch", erklärte Jefferies in einer Kundenmitteilung. Die Analysten rechnen vor: Eine Reduzierung des durchschnittlichen Passagiergewichts um 10 Prozent würde das Gesamtgewicht eines Flugzeugs um etwa 2 Prozent senken. Dies könnte die Treibstoffkosten um bis zu 1,5 Prozent reduzieren und den Gewinn pro Aktie um bis zu 4 Prozent steigern.

Bei einer konservativeren Annahme von 2 Prozent weniger Passagiergewicht könnten die EPS-Gewinne zwischen 2,8 Prozent bei Delta und beeindruckenden 11,7 Prozent bei American Airlines liegen. American würde aufgrund seiner höheren operativen Hebelwirkung bei Treibstoffkosten besonders stark profitieren.

Neue Medikamente als Gamechanger

Patienten erhalten bereits die erste GLP-1-Pille gegen Adipositas von Novo Nordisk. Ein vergleichbares Produkt von Eli Lilly wird in den kommenden Monaten mit US-Zulassung erwartet. Da die Notwendigkeit der Selbstinjektion entfällt, erwarten Experten eine deutlich höhere Akzeptanz der Tabletten gegenüber den bisherigen Spritzen.

Jedes Gramm zählt

Die Luftfahrtbranche ist seit jeher besessen vom Gewichtssparen. Jefferies führt als Beispiel die Boeing 737 Max 8 an: Bei 178 Passagieren mit einem Durchschnittsgewicht von 180 Pfund (etwa 82 Kilogramm) entfallen rund 32.000 Pfund auf die Passagiere. Eine Gewichtsreduktion um 10 Prozent würde 3.200 Pfund einsparen – über Tausende Flüge pro Jahr gerechnet eine erhebliche Summe.

Die Fixierung auf jedes Detail zeigt ein Beispiel von United Airlines aus 2018: Die Airline stellte ihr Bordmagazin auf leichteres Papier um und sparte damit eine Unze pro Exemplar. Diese scheinbar winzige Maßnahme sollte jährlich 170.000 Gallonen Treibstoff einsparen, damals im Wert von etwa 290.000 Dollar.

Langfristige Perspektive

Obwohl die Prognose auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, folgt sie der Logik einer Branche, die traditionell jeden möglichen Effizienzgewinn ausschöpft. Von steinlosen Oliven bis zu Papiervorräten – Airlines haben historisch jede Möglichkeit zur Gewichtsreduktion genutzt. Die neue Generation von Abnehm-Medikamenten könnte nun einen weitaus größeren Effekt erzielen, als es einzelne operative Maßnahmen je könnten.

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