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Zweifel am Gamescoin wachsen rasant

Kritische Stimmen, dubiose Akteure und ausbleibende Anwendungen verstärken die Unsicherheit

Zweifel am Gamescoin wachsen rasant

Das Krypto-Projekt Gamescoin steht in der Kritik. Die Initiatoren versprechen eine revolutionäre Verbindung zwischen Gaming und Kryptowährung, doch zunehmend werden Zweifel laut. Anleger wie Jörg Malburg, der 35.000 Euro investierte, befürchten, dass ihre Investitionen verloren sein könnten. Während das Projekt als "Bitcoin der Spielewelt" beworben wird, fehlen bislang die versprochenen Anwendungen.

Der Gamescoin soll eine zentrale Währung für Gamer werden. Über die Blockchain sollen virtuelle Objekte als NFTs gehandelt werden können. Das Konzept klingt vielversprechend, doch das bisherige Kursverhalten spricht eine andere Sprache. Seit seinem Hoch im Oktober 2024 hat der Gamescoin rund 70 Prozent an Wert verloren und steht aktuell bei etwa vier Cent. Die erhoffte Wertsteigerung scheint bislang reine Spekulation zu sein, da es noch keine Spiele gibt, die den Gamescoin integrieren.

Das Vertriebsmodell des Gamescoin basiert auf einem Multi-Level-Marketing-System. Vertriebler erhalten Provisionen für geworbene Investoren und zusätzliche Anteile, wenn diese wiederum neue Mitglieder anwerben. Solche Systeme funktionieren nur, solange ständig neue Teilnehmer hinzukommen. Kritiker bezeichnen das Modell als fragwürdig, da nicht klar ist, wie sich ein langfristiger finanzieller Mehrwert für Investoren ergibt.

Das Berliner Unternehmen Youre Games, das hinter dem Gamescoin steht, kündigte immer wieder Spiele an, in denen die Kryptowährung verwendet werden soll. Trotz jahrelanger Versprechen gibt es bis heute keine entsprechenden Titel. Die Unsicherheit unter Investoren wächst, insbesondere in der Gamescoin-Community auf Telegram. Dort melden sich zunehmend frustrierte Nutzer, die ihre Geduld verlieren. Auch personelle Umstrukturierungen bei Youre Games befeuern die Zweifel an der Zukunft des Projekts.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Beteiligten hinter dem Gamescoin. Zwei der prominentesten Werber, Ralf P. und Anton F., waren zuvor in den Vertrieb von Onecoin involviert, einem inzwischen als Betrug entlarvten Krypto-Projekt. Die Verbindung zu ehemaligen Onecoin-Akteuren verstärkt die Skepsis gegenüber dem Gamescoin erheblich. Youre Games betont, dass es sich lediglich um zwei von insgesamt 3.000 selbstständigen Vertrieblern handle.

Auch regulatorisch bewegt sich der Gamescoin in einer Grauzone. Da es sich um einen Utility Token handelt, unterliegt er nicht der Aufsicht der BaFin. Zwar nutzt die Youre Family, die Muttergesellschaft von Youre Games, eine BaFin-regulierte Infrastruktur zur Verwahrung, doch diese Regulierung erfolgt freiwillig. Ein rechtlicher Schutz für Anleger ergibt sich daraus nicht.

Trotz all dieser Unsicherheiten hält Youre Games an seinen Zukunftsplänen fest. Ein erstes Spiel mit Gamescoin-Integration soll sich in der Entwicklung befinden und in den nächsten Monaten als Alpha-Version erscheinen. Zudem soll ein neues Plug-in auf einer Branchenmesse in den USA vorgestellt werden, das den Gamescoin in verschiedene Spiele integrieren können soll. Dennoch bleibt ungewiss, ob und wann der Gamescoin tatsächlich seinen erhofften Durchbruch erleben wird.

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