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Zurück bei den Eltern: Wie Sparen für Eigenheim gelingt

Immer mehr junge Erwachsene ziehen wegen hoher Mieten zurück zu ihren Eltern – doch das Zusammenleben erfordert klare Regeln.

Zurück bei den Eltern: Wie Sparen für Eigenheim gelingt

Die 24-jährige Natasha Suman zog nach ihrem Studium zurück in das Elternhaus in Bedford – eigentlich nur für „einige Monate". Fast drei Jahre später lebt sie noch immer dort und spart konsequent für die Anzahlung auf ihr erstes Eigenheim. Als Marketing-Koordinatorin beteiligt sie sich an den Fixkosten, zahlt aber keine Miete. So kann sie monatlich 1.000 Pfund in ein sogenanntes Lifetime ISA einzahlen – ein staatlich gefördertes, steuerfreies Sparkonto. Ohne das Elternhaus wäre das angesichts der hohen Lebenshaltungskosten schlicht unmöglich, sagt sie.

Doch das Arrangement hat seinen Preis. Natasha gibt offen zu, dass sie „weniger Freiheit" hat als in ihrer Zeit der Unabhängigkeit und generell weniger „spontane Dinge" unternimmt. Auch Konflikte mit der Familie sind häufiger geworden. „Als ich für die Universität von zu Hause auszog, war ich eine ganz andere Person. Als ich zurückkam, war ich im Grunde erwachsen geworden", sagt sie. „Deshalb gab es definitiv einige Reibereien zwischen mir und meinen Eltern."

„Es war eine Umstellung für uns alle"

Der Anteil der 20- bis 30-Jährigen, die bei ihren Eltern leben, ist in den letzten drei Jahrzehnten stark gestiegen. Steigende Immobilienpreise und Mieten zwingen viele dazu, wieder einzuziehen – sei es um für ein Eigenheim zu sparen, einen Jobverlust zu überbrücken oder das Ende einer Beziehung zu verarbeiten. Für Natasha und ihre Eltern Rita und Pawan waren konkrete Konfliktpunkte die gemeinsame Nutzung des Familienautos, Unstimmigkeiten bei der Hausarbeit sowie die Frage, wie viel Zeit man gemeinsam verbringt. „Es war eine Umstellung für uns alle", sagt Natasha. „Viele dieser Unstimmigkeiten rühren daher, dass wir jetzt vier Erwachsene sind, die zusammenleben – alle mit ihren eigenen Routinen, Erwartungen und Meinungen."

Probleme ließen sich vermeiden, indem frühzeitig offene Gespräche geführt wurden. Ihre Eltern setzten „klare Erwartungen", etwa das Aufräumen hinter sich selbst und die Zubereitung des eigenen Mittagessens. Auch das Thema Privatsphäre wurde besprochen: Natasha bat ihre Eltern, anzuklopfen, bevor sie ihr Zimmer betreten. „Ich verbringe tendenziell mehr Zeit in meinem Zimmer, um mich zu entspannen und abzuschalten. Anfangs verstanden meine Eltern das nicht wirklich, aber nachdem wir darüber gesprochen haben, zeigen sie mehr Verständnis."

„Eltern können in alte Erziehungsmuster zurückfallen"

Der Verlust der Privatsphäre ist laut Dr. Fenia Christodoulidi, Leiterin für Ausbildung und Beratung beim Beratungsdienst Relate, eines der häufigsten Probleme für erwachsene Kinder, die bei ihren Eltern leben. Unstimmigkeiten über Übernachtungsgäste, Lärmpegel und die Nutzung gemeinsamer Räume seien allesamt typische Streitpunkte. Manche Eltern kommentierten auch den Lebensstil oder die Beziehungen ihrer erwachsenen Kinder, was dazu führen könne, dass diese sich „beobachtet oder kontrolliert" fühlen.

Christodoulidi betont, dass es am besten funktioniert, wenn beide Seiten erkennen, „dass sie nicht mehr nur in einer Eltern-Kind-Beziehung stehen, sondern auch als ‚erwachsene Mitbewohner' ein Zuhause teilen". Die Expertin warnt: „Die größte Herausforderung ist oft nicht das Geld, sondern die Rollenkonfusion. Eltern können in alte Erziehungsmuster zurückfallen, während erwachsene Kinder unbewusst wieder in unreifes Verhalten verfallen können."

Ein weiteres Beispiel liefert Caroline Bentham, 37, die seit fast sieben Jahren mit ihrer Mutter Mary in Yorkshire zusammenlebt. Nach einer Trennung im Jahr 2019 wollte sie ursprünglich nur sechs bis zwölf Monate bleiben – doch die Pandemie und weitere Lebensereignisse verlängerten den Aufenthalt. Der Übergang war anfangs eine „echte Herausforderung", da ihre Mutter Schwierigkeiten hatte, die Kontrolle etwa in der Küche abzugeben. „Es mag klischeehaft klingen, aber wir mussten eine neue Art der Kommunikation lernen", sagt Caroline. Als größten Vorteil nennt sie die gegenseitige emotionale Unterstützung – räumt aber auch ein, dass das Arrangement manchmal nicht gut für ihr Selbstwertgefühl sei und es „definitiv ein Stigma bezüglich des Lebens bei den Eltern" gebe.

Tipps für Erwachsene, die bei ihren Eltern leben

Wer das Zusammenleben mit den Eltern möglichst reibungslos gestalten möchte, sollte einige Grundregeln beherzigen:

  • Vereinbaren Sie praktische Erwartungen frühzeitig und klar
  • Sprechen Sie offen über Privatsphäre und persönliche Grenzen
  • Klären Sie die Aufteilung von Hausarbeit und gemeinsamen Kosten
  • Erkennen Sie an, dass alle Beteiligten nun gleichberechtigte Erwachsene sind
  • Führen Sie regelmäßige Gespräche, bevor sich Frust aufstaut

Das Zusammenleben mit den Eltern kann – richtig gestaltet – eine sinnvolle Strategie sein, um in Zeiten hoher Wohn- und Lebenshaltungskosten finanziell voranzukommen. Der Schlüssel liegt dabei weniger im Geld als in der Kommunikation.

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