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Zukunft des FCAS auf der Kippe

Berlin und Paris prüfen Alternativen wegen ungelöster Konflikte zwischen Airbus und Dassault

Zukunft des FCAS auf der Kippe

Deutschland und Frankreich prüfen laut einem Bericht grundlegende Änderungen an ihrem gemeinsamen Rüstungsprojekt Future Combat Air System. In Regierungskreisen beider Länder wird demnach hinterfragt, ob ein europäischer Kampfjet der nächsten Generation weiterhin gemeinsam entwickelt werden kann. Statt eines vollständigen Systems aus Flugzeug, Drohnen und digital vernetzter Einsatzarchitektur könnte sich die Kooperation künftig auf ein gemeinsames Führungs- und Kontrollsystem konzentrieren, die sogenannte Combat Cloud.

Das Projekt war in den vergangenen Jahren immer wieder von tiefen Auseinandersetzungen zwischen Airbus und Dassault Aviation geprägt. Die Streitpunkte betrafen sowohl das grundlegende Design des Kampfjets als auch die Aufteilung der technischen Zuständigkeiten und die Auswahl zentraler Zulieferer. Trotz des ursprünglich anvisierten Projektumfangs von über 100 Milliarden Euro ist mittlerweile offen, in welcher Form das Vorhaben weitergeführt werden kann. Beide Regierungen bereiten für diese Woche hochrangige Gespräche vor, um die künftige Ausrichtung festzulegen.

Die von Airbus Defence and Space, Thales und dem spanischen Technologiekonzern Indra entwickelte Combat Cloud gilt als Kernstück eines möglichen reduzierten Programms. Durch den Einsatz von KI sollen große Datenmengen nahezu in Echtzeit verarbeitet werden, um Kampfflugzeuge, Drohnen, Sensoren und Kommandostrukturen in der Luft, zu Land und zur See miteinander zu vernetzen. Die Architektur ist darauf ausgelegt, die Reaktionsfähigkeit der beteiligten Kräfte deutlich zu erhöhen.

Politische Vertreter Deutschlands äußerten sich jedoch zuversichtlich, dass eine Lösung für die offenen Fragen gefunden werden kann. Die Eigentumsrechte an sensiblen Technologien gehören zu den zentralen Streitpunkten. Dassault besteht darauf, Patente zu behalten, während Deutschland auf ausgewogene Zugänge drängt. Staatssekretär Gunther Krichbaum unterstrich im Gespräch die Notwendigkeit, in diesem Punkt zu einer Einigung zu kommen.

Sollte die Entwicklung des Kampfjets nicht fortgeführt werden, hätte dies weitreichende Folgen für die beteiligte Industrie. In Deutschland wird laut Bericht geprüft, ob eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Großbritannien oder Schweden möglich wäre, falls Dassault bei wesentlichen Entscheidungen nicht nachgibt. Die Zukunft des größten europäischen Rüstungsprojekts bleibt daher offen, während beide Länder versuchen, ihre strategischen Interessen und industriellen Prioritäten miteinander zu vereinbaren.

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