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Zugentgleisung in England: 20 Verletzte bei Lewes in Sussex

Ein Passagierzug von Southern Rail entgleiste am Donnerstag nahe Lewes – zwei Personen erlitten schwere Verletzungen.

Zugentgleisung in England: 20 Verletzte bei Lewes in Sussex

Bei einer Zugentgleisung nahe Lewes in East Sussex wurden am Donnerstag 20 Menschen verletzt. Ein von Southern Rail betriebener Passagierzug entgleiste gegen 15:56 Uhr auf der Strecke zwischen London Victoria und Eastbourne. Die British Transport Police bestätigte, dass zwei Personen schwere Verletzungen erlitten, während 18 weitere Fahrgäste weniger schwere Verletzungen davontrugen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich laut dem South East Coast Ambulance Service rund 150 Personen im Zug. Zwanzig von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in örtliche Krankenhäuser eingeliefert. Eine Reihe von Fahrgästen war zunächst im Zug eingeschlossen, konnte jedoch sicher evakuiert werden.

Bilder vom Unfallort zeigten, dass die letzten drei der acht Waggons des Zuges auf die Seite gekippt waren. Zudem schienen die Aufnahmen erheblich verbogene Gleise hinter dem Zug zu zeigen. Die Behörden riefen einen „Großschadensfall" (major incident) aus.

Hitzewelle als mögliche Ursache

Die Entgleisung ereignete sich während einer Hitzewelle im Vereinigten Königreich, wobei die Temperaturen in Lewes am Donnerstag über 30 °C lagen. Einige Fahrgäste, die in einem nahegelegenen Gemeindezentrum betreut wurden, spekulierten, dass sich die Gleise in der Hitze verbogen hätten. Network Rail hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Gleise bis zu 20 °C wärmer als die Umgebungsluft werden können und sich dadurch ausdehnen oder sogar verbiegen können.

„Wenn die Schiene keinen Platz zum Ausdehnen hat, kann sie sich verbiegen, und wir müssen die Strecke sperren, um sie zu reparieren, bevor wieder Züge fahren können", heißt es in einer Erklärung auf der Website von Network Rail. Eine offizielle Bestätigung dieser Ursache steht jedoch noch aus. Dominique Ioannou, Chief Superintendent der British Transport Police, äußerte sich nicht zur Ursache des Vorfalls.

Ein Fahrgast, der auf dem Heimweg von einem Urlaub in Griechenland war, schilderte: Der Zug habe gewackelt „wie ein Flugzeug bei Turbulenzen", bevor er abrupt zum Stehen kam. Denise Dawson, eine weitere Insassin, die sich im letzten Waggon vor den umgekippten Wagen befand, sagte: „Es war schrecklich. Man konnte spüren, wie die hinteren Waggons wegkippten, und ich dachte, wir würden auch umstürzen."

Untersuchung läuft – Zugverkehr massiv beeinträchtigt

Die Rail Accident Investigation Branch (RAIB), die britische Behörde zur Untersuchung von Eisenbahnunfällen, entsandte umgehend ein Team zum Unfallort. Lucy McAuliffe, Streckendirektorin für Sussex bei Network Rail, erklärte, man arbeite eng mit der RAIB zusammen, um den Hergang zu klären. „Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es unangemessen, sich zur Ursache dieses Vorfalls zu äußern, aber wir werden so bald wie möglich weitere Informationen bereitstellen", sagte sie.

John Whitehurst, CEO von GTR, dem Betreiber von Southern Rail, betonte ebenfalls die enge Zusammenarbeit mit der RAIB: „Wir werden nichts unversucht lassen, um dies zu unterstützen." Verkehrsministerin Heidi Alexander schrieb auf X, sie sei „zutiefst besorgt" über die Berichte und man arbeite zügig mit der Bahnindustrie und lokalen Partnern zusammen, um den Fahrgästen zu helfen.

Bei dem entgleisten Zug handelte es sich um einen Electrostar-Zug in der Lackierung von Southern Rail. Diese Züge wurden zwischen 2001 und 2014 gebaut und gelten als vergleichsweise modern. Moderne Züge sind bei einer Entgleisung deutlich robuster als ältere Typen – die Bilder deuteten darauf hin, dass die Waggons weitgehend intakt geblieben waren.

Der Vorfall folgt auf ein tödliches Zugunglück in Bedford am 19. Juni, bei dem ein Lokführer ums Leben kam. Sein Zug hatte damals ein rotes Signal überfahren und war auf das Heck eines anderen Zuges geprallt. Network Rail und Southern Rail teilten mit, dass der Zugverkehr infolge der Entgleisung bei Lewes massiv beeinträchtigt sei und Züge den Bereich vorerst nicht befahren könnten.

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