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Zuckerberg vor Gericht: Meta muss sich Social-Media-Suchtvorwürfen stellen

Der Meta-CEO sagt in wegweisendem Prozess aus, der mit dem Big-Tobacco-Moment verglichen wird.

Zuckerberg vor Gericht: Meta muss sich Social-Media-Suchtvorwürfen stellen

Meta-CEO Mark Zuckerberg wird am Mittwoch vor dem Los Angeles Superior Court aussagen. Die Vernehmung findet im Rahmen eines richtungsweisenden Prozesses statt, bei dem es um die psychischen Auswirkungen sozialer Medien auf junge Nutzer geht. Rechtsexperten vergleichen das Verfahren bereits mit dem historischen Big-Tobacco-Moment der Tabakindustrie.

Im Zentrum des Prozesses steht eine junge Frau, die angibt, von Social-Media-Plattformen wie Instagram und YouTube abhängig geworden zu sein. Die Anwälte der Klägerin werfen Meta, YouTube, TikTok und Snap vor, die Öffentlichkeit über die Sicherheit ihrer Dienste getäuscht zu haben. Die Unternehmen hätten gewusst, dass das Design ihrer Apps und bestimmte Funktionen psychische Schäden bei jungen Nutzern verursachen können.

Snap und TikTok haben sich bereits vor Prozessbeginn mit der Klägerin geeinigt. Meta weist die Vorwürfe jedoch zurück und stellt die Kausalität infrage. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber CNBC: "Die Frage für die Geschworenen in Los Angeles ist, ob Instagram ein wesentlicher Faktor für die psychischen Probleme der Klägerin war."

Instagram-Chef bestreitet klinische Sucht

In der vergangenen Woche sagte Instagram-Chef Adam Mosseri aus, dass er zwar eine problematische Nutzung sozialer Medien für möglich halte. Dies sei seiner Meinung nach jedoch nicht mit einer klinischen Sucht gleichzusetzen. Diese Aussage dürfte eine zentrale Rolle in der Verteidigungsstrategie von Meta spielen.

Das Verfahren in Los Angeles ist nur eines von mehreren bedeutenden Gerichtsprozessen, denen sich Meta in diesem Jahr stellen muss. In New Mexico wirft Generalstaatsanwalt Raúl Torrez dem Social-Media-Konzern vor, Kinder und junge Nutzer nicht ausreichend vor Online-Raubtieren geschützt zu haben. Diesen Sommer soll zudem ein weiterer Prozess im Northern District of California beginnen, der sich ebenfalls mit psychischen Schäden durch Social-Media-Apps beschäftigt.

Wendepunkt für die Social-Media-Branche

Experten sehen in diesen Verfahren einen möglichen Wendepunkt für die gesamte Social-Media-Branche. Ähnlich wie bei den Tabakprozessen der 1990er Jahre geht es um die Frage, ob Unternehmen bewusst gesundheitsschädliche Produkte entwickelt und die damit verbundenen Risiken verschleiert haben. Die Aussage von Zuckerberg könnte dabei wegweisende Bedeutung für künftige Regulierungen und die Haftung von Tech-Konzernen haben.

Für Anleger von Meta (ehemals Facebook) stellen diese Prozesse ein erhebliches rechtliches und finanzielles Risiko dar. Sollten die Klagen erfolgreich sein, könnten Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe sowie verschärfte gesetzliche Auflagen auf das Unternehmen zukommen.

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