Zollandrohung treibt Kupferpreise in die Höhe
US-Handelspolitik verschärft transatlantische Marktunterschiede und gefährdet globale Lieferketten

Die Möglichkeit von Importzöllen auf Kupfer in den USA sorgt bereits für Unruhe an den internationalen Metallmärkten. Obwohl Präsident Donald Trump noch keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen hat, preist der Markt diese Entwicklung zunehmend ein. Der Arbitrageunterschied zwischen den Kupferkontrakten der Chicago Mercantile Exchange (CME) und der London Metal Exchange (LME) hat sich in den letzten Tagen deutlich vergrößert. Der Aufschlag an der CME überstieg zu Wochenbeginn 1.000 US-Dollar pro Tonne, was bei einem LME-Preis von rund 9.400 US-Dollar pro Tonne auf die Erwartung von mindestens 10 % Importzöllen hindeutet.
Sollten die USA ähnliche pauschale Zölle von 25 % verhängen, wie es bereits bei Aluminium und Stahl der Fall ist, könnte dies den CME-Aufschlag weiter in die Höhe treiben. Dabei bleibt vorerst unberücksichtigt, welche negativen Auswirkungen ein eskalierender Zollkonflikt auf das globale Wirtschaftswachstum hätte. Die Struktur des CME-Kupferkontrakts, der sich auf inländische Lieferorte beschränkt, spiegelt die mögliche Prämie für US-Lieferungen wider und macht ihn zu einem Indikator für bevorstehende Importzölle.
Der Fokus liegt aktuell auf raffiniertem Kupfer, von dem die USA im Jahr 2024 über 800.000 Tonnen importierten, während die inländische Produktion bei 850.000 Tonnen lag. Da die USA etwa 45 % ihres Kupferbedarfs durch Importe decken, reagiert der Markt sensibel auf die Androhung von Handelshemmnissen. Besonders komplex wird die Lage bei Kupferprodukten, die in den integrierten Lieferketten Nordamerikas eine Rolle spielen. So exportieren die USA beispielsweise Kupferdraht nach Mexiko, wo er zu Bauteilen für die Automobilindustrie weiterverarbeitet und anschließend wieder in die USA importiert wird. Dieser Handel umfasst jährlich rund 220.000 Tonnen Kupfer. Hohe Zölle könnten dazu führen, dass diese Produktion in kostengünstigere asiatische Länder verlagert wird, was negative Folgen für Unternehmen in den USA und Mexiko hätte.
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Zur AktienanalyseAuch Kupferschrottimporte aus Kanada und Mexiko könnten durch Zölle betroffen sein, was die Handelsströme möglicherweise in Richtung China verschieben würde. Dies könnte sich nachteilig auf die US-amerikanische Sekundärproduktion auswirken. Die enge Verflechtung der nordamerikanischen Kupfermärkte ist Teil eines globalen Handelsnetzwerks, das durch US-Zölle empfindlich gestört werden könnte. Während der LME-Kupferpreis seit Jahresbeginn um 7 % gestiegen ist, getrieben von der Hoffnung auf eine stärkere Nachfrage, vor allem aus China, bleiben die Auswirkungen potenzieller Zollkonflikte auf den globalen Kupfermarkt noch abzuwarten. Sollte ein umfassender Handelskrieg beginnen, könnte dies die Kluft zwischen den US-amerikanischen und internationalen Kupferpreisen weiter vergrößern.


