Zinsangst trifft Tech-Aktien: Nasdaq 100 bricht um 4,7 Prozent ein
Ein starker US-Arbeitsmarktbericht schürt Zinserhöhungsängste und löst den schwersten Nasdaq-Einbruch seit April 2025 aus.

Die wichtigsten US-Aktienindizes haben am Freitag deutliche Verluste verbucht. Auslöser war ein robuster Arbeitsmarktbericht, der den Weg für weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve zu ebnen scheint. Besonders hart traf es Technologiewerte und Unternehmen mit hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz.
Der Nasdaq 100, der die größten Technologiewerte außerhalb des Finanzsektors abbildet, brach um 4,7 Prozent ein. Damit erlebte der Index seinen schlechtesten Handelstag seit April 2025 und schloss zugleich die schwächste Woche seit März 2025 ab. Auch der breit gefasste S&P 500 gab um 2,6 Prozent nach – der stärkste Tagesverlust seit Oktober. Der Dow Jones Industrial Average verlor 694 Punkte.
KI-Werte im Ausverkauf
Besonders stark unter Druck gerieten Aktien aus dem KI-Umfeld. Marvell, Arm, Micron, SanDisk, Intel, AMD und Qualcomm verloren allesamt mehr als 10 Prozent an einem einzigen Handelstag. Der Hintergrund: Höhere Zinsen verteuern die Kreditaufnahme erheblich – ein Problem vor allem für KI-Unternehmen, die enorme Kapitalmengen aufnehmen, um ihre Infrastruktur und Rechenkapazitäten auszubauen.
Gleichzeitig stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen auf ihre höchsten Stände seit Ende Mai. Da diese Renditen als Referenzgröße für viele Verbraucherkredite und Unternehmensfinanzierungen dienen, verstärkte der Anstieg die Sorgen der Anleger zusätzlich.
Trotz des heftigen Ausverkaufs notieren die wichtigsten Indizes weiterhin in der Nähe ihrer Rekordhochstände. Der S&P 500 weist im bisherigen Jahresverlauf noch immer ein Plus von rund 8 Prozent auf, der Nasdaq legte seit Jahresbeginn um knapp 10 Prozent zu. Der Rücksetzer vom Freitag relativiert sich damit im größeren Kontext – bleibt aber ein deutliches Signal für die Nervosität der Märkte.
SpaceX-Börsengang als nächster Stresstest
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Zur AktienanalyseDer Ausverkauf fiel in eine besonders heikle Phase: Nur eine Woche vor dem geplanten Handelsstart der SpaceX-Aktien an der Nasdaq stellt die Marktkorrektur die Risikobereitschaft der Wall Street auf die Probe. Das Unternehmen von Elon Musk, das neben seinem Kerngeschäft in der Raumfahrt auch in den Bereichen KI und soziale Medien aktiv ist, plant die Aufnahme von frischem Kapital in Rekordhöhe von 75 Milliarden US-Dollar. Die angestrebte Bewertung liegt bei mehr als 1,7 Billionen US-Dollar.
Dieser Börsengang soll der erste von drei erwarteten Billionen-Dollar-IPOs in diesem Jahr sein. Im weiteren Jahresverlauf planen auch die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI ihren Gang an die Börse, um jeweils zweistellige Milliardenbeträge einzusammeln. Ob die aktuelle Marktschwäche diese Pläne beeinflusst, bleibt abzuwarten – die Stimmung unter Großinvestoren dürfte in den kommenden Wochen entscheidend sein.


