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ZF-Verkauf: CEO Miedreich entlastet Bilanz um 1,5 Mrd. Euro

Der neue ZF-Chef Mathias Miedreich verkauft die Fahrerassistenz-Sparte ADAS an Harman. Der Deal mit einem Unternehmenswert von 1,5 Milliarden Euro soll die Schuldenlast unter 10 Milliarden Euro drücken.

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ZF-Verkauf: CEO Miedreich entlastet Bilanz um 1,5 Mrd. Euro

Kurz vor Weihnachten gelang dem erst seit September amtierenden ZF-Chef Mathias Miedreich ein wichtiger Durchbruch: Der Autozulieferer verkauft seine Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme (ADAS) an den Elektronikspezialisten Harman. Rund 3.750 Mitarbeiter sollen nach Abschluss der Transaktion zu Harman wechseln.

Umfang des ADAS-Deals

Die Transaktion umfasst strategisch wichtige Bereiche wie Compute Solutions, intelligente Kamerasysteme, Radartechnologie und Software für Fahrerassistenzsysteme. Die Elektronik für Fahrwerktechnik sowie die Passive Sicherheitstechnik verbleiben hingegen bei ZF. Der vereinbarte Unternehmenswert liegt bei 1,5 Milliarden Euro, wobei der tatsächliche Kaufpreis vertraulich behandelt wird.

Schuldenabbau im Fokus

Für den hochverschuldeten Konzern ist der Deal ein wichtiger Schritt. Ende September lag die Nettoverschuldung bei rund 10,6 Milliarden Euro. Insider berichten, dass die Schuldenlast durch den ADAS-Verkauf auf unter zehn Milliarden Euro sinken soll. Miedreich hatte ZF zuletzt eine mangelnde "unternehmerische Handlungsfreiheit" attestiert und sich selbst nur zwei Jahre Zeit für die Sanierung gegeben.

Lifetec-Sparte als nächste Herausforderung

Nun richtet sich der Fokus auf die bereits im Oktober 2024 abgespaltene Airbag-Sparte Lifetec. ZF prüft verschiedene strategische Optionen, darunter einen Börsengang oder Verkauf. Die Sparte beschäftigt in Deutschland aktuell rund 3.350 Mitarbeiter an vier Standorten: Laage, Alfdorf, Aschau am Inn und Aschaffenburg.

Personalanpassungen bei Lifetec

Am Standort Alfdorf sollen 2026 etwa zehn Prozent der 1.600 Arbeitsplätze von Veränderungen betroffen sein. In Aschaffenburg könnten 15 bis 17 Prozent der 180 Stellen wegfallen. Die Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über sozialverträgliche Lösungen laufen bereits. Ab 2027 plant Lifetec in Aschaffenburg einen weiteren Abbau von jährlich rund vier Stellen durch Renteneintritt und Altersteilzeit bis 2030.

Marktumfeld belastet Geschäft

Die weltweite Fahrzeugproduktion stagniert seit Jahren. Lifetec kämpft mit herausfordernden Marktbedingungen, geopolitischen Belastungen wie Zöllen und der Verlagerung der Wachstumsdynamik in andere Regionen. Globale Strukturanpassungen seien notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und wieder profitabel zu wachsen.

Cash-Flow als oberste Priorität

Miedreich bezeichnet sich selbst als "Chief-Performance-Officer" und konzentriert sich ausschließlich auf den Cash-Flow. Nur durch ausreichende Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft könne ZF seine Schulden zurückzahlen und einen positiven Kreislauf erzeugen. Lifetec gilt im Vergleich zu anderen ZF-Sparten als Perle und generiert einen gewissen Cash-Flow.

Kein Notverkauf geplant

Ein Notverkauf von Lifetec kommt für Miedreich nicht infrage. Der Kaufpreis müsste den künftig fehlenden Cash-Flow ausgleichen, um die Entschuldungsstrategie nicht zu gefährden. Die Banken, Anleihegläubiger und Eigentümer erwarten zügige Fortschritte beim Schuldenabbau.

Weitere Herausforderungen voraus

Miedreich hat sich zudem im Streit mit den Betriebsräten um die geplante Ausgliederung der Antriebssparte geeinigt - ein Problem, das seinem Vorgänger Holger Klein nicht gelang. Doch neue Themen stehen bereits an: mögliche Produktionsverlagerungen ins Ausland und der Zukauf wichtiger Komponenten wie E-Motoren und Inverter, die dann nicht mehr bei ZF gefertigt würden. Dies dürfte weitere Arbeitsplätze kosten.

Fazit: Erst der Anfang

Der ADAS-Deal markiert einen wichtigen ersten Schritt in Miedreichs Sanierungsstrategie. Von einem Befreiungsschlag kann jedoch noch keine Rede sein. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der neue CEO sein ambitioniertes Zwei-Jahres-Ziel erreichen kann.

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