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ZF streicht bis zu 14.000 Stellen

Arbeitsplatzabbau und Sparprogramm wegen Schulden und Wandel zur E-Mobilität

ZF streicht bis zu 14.000 Stellen

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen, einer der bedeutendsten Akteure der Branche in Deutschland, plant bis zu 14.000 Arbeitsplätze zu streichen. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf den tiefgreifenden Wandel in der Automobilindustrie. Bis Ende 2028 sollen allein in Deutschland zwischen 11.000 und 14.000 Stellen abgebaut werden. Vorstandsvorsitzender Holger Klein betonte die Notwendigkeit, das Unternehmen zukunftsfähig zu machen, und erklärte, dass der Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden solle. Es werden unter anderem Altersteilzeitangebote und Abfindungsprogramme in Betracht gezogen. ZF plant zudem die Gründung mehrerer Standortverbunde mit effizienteren Strukturen, wobei nicht nur die Produktion, sondern auch die Verwaltung und Entwicklung betroffen sind.

Der Betriebsrat des Unternehmens hat sich gegen den geplanten Stellenabbau ausgesprochen. Betriebsratschef Achim Dietrich kündigte an, um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen zu wollen. Er kritisierte, dass die Ankündigung Ängste schüre und von einem Versagen des Managements ablenke. Dietrich warf dem Vorstand vor, sich gegen die Zukunft der Standorte und die Mitarbeiter in Deutschland entschieden zu haben und kündigte erbitterten Widerstand an.

Derzeit beschäftigt ZF in Deutschland 54.000 Menschen, somit wäre mehr als jeder vierte Arbeitsplatz von den Kürzungen betroffen. Das Unternehmen hatte sich im Frühjahr ein strenges Sparprogramm auferlegt, um die Kosten weltweit um etwa sechs Milliarden Euro zu senken. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, ZF ab 2026 besser für den Wandel zur E-Mobilität zu positionieren. ZF-Chef Klein hatte bereits im April darauf hingewiesen, dass die Zahl der Beschäftigten in Deutschland perspektivisch nicht gehalten werden könne. Mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen solle die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und die Position als weltweit führender Zulieferer gefestigt werden.

Ein Hauptgrund für die Sparmaßnahmen sind die hohen Schulden des Unternehmens, die vor allem durch den Erwerb des Autozulieferers TRW und des Bremsenspezialisten Wabco entstanden sind. Diese Schulden belasten den Konzern erheblich, da ZF hunderte Millionen Euro an Zinsen zahlen muss, die dann für Investitionen in Forschung und Entwicklung fehlen. Gleichzeitig muss ZF in den kommenden Jahren Milliarden Euro investieren, um die notwendige Transformation zu bewältigen.

Weltweit beschäftigt der Konzern rund 169.000 Menschen und ist an mehr als 160 Produktionsstandorten in 31 Ländern vertreten. Am Bodensee sind rund 10.300 Menschen für ZF tätig. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von etwa 46,6 Milliarden Euro. Der Konzern, der mehrheitlich der Zeppelin-Stiftung der Stadt Friedrichshafen gehört, sieht sich großen Herausforderungen gegenüber, die es in den kommenden Jahren zu meistern gilt.

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