ANZEIGE

Zentralbanken vor härterem Kurs: Zinserhöhungen könnten unterschätzt werden

Deutsche Bank und Chicago Fed warnen vor aggressiverer Geldpolitik als von Märkten erwartet.

•• 3 Min
Zentralbanken vor härterem Kurs: Zinserhöhungen könnten unterschätzt werden

Die globalen Zentralbanken stehen vor einer Phase der geldpolitischen Straffung, deren Ausmaß von den Finanzmärkten möglicherweise unterschätzt wird. Während die Deutsche Bank vor einer aggressiveren Zinspolitik warnt, betont der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, die Notwendigkeit eines entschlossenen Vorgehens bei anhaltender Nachfrageüberhitzung.

Die Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Finanzmärkte weitgehend von einer baldigen Lockerung der Geldpolitik ausgehen. Doch sowohl die Analyse der Deutschen Bank als auch die Aussagen von Goolsbee deuten in eine andere Richtung: Die Zinserhöhungen könnten weitergehen als viele Investoren derzeit einpreisen.

Deutsche Bank warnt vor Zins-Paradoxon

Die Deutsche Bank warnt in einer aktuellen Analyse, dass Investoren das Potenzial für weitere Zinsschritte verkennen. Der Makro-Stratege Henry Allen verweist darauf, dass die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan bereits eine koordinierte Straffung eingeleitet haben.

Historisch gesehen neigten Märkte dazu, den Umfang von Zinszyklen zu unterschätzen. Ein besonders deutliches Beispiel: Im Jahr 2022 wurden lediglich 200 Basispunkte eingepreist, während tatsächlich über 400 Basispunkte umgesetzt wurden. Diese Diskrepanz zwischen Markterwartung und Realität könnte sich wiederholen.

Laut Allen sprechen mehrere Faktoren für ein höheres Zinsniveau. Die Rohstoffpreise, insbesondere bei Brent-Öl um die 100-Dollar-Marke, könnten Zweitrundeneffekte auslösen, die in aktuellen Inflationsdaten noch nicht vollständig abgebildet sind. Zudem seien die finanziellen Bedingungen trotz der Straffungsbemühungen vergleichsweise akkommodierend. Der S&P 500 notiert nahe Rekordhochs, und die Kreditaufschläge bleiben eng.

Chicago Fed: Nachfrageüberhitzung erfordert entschlossenes Handeln

Parallel dazu unterstreicht Austan Goolsbee von der Chicago Fed, dass die US-Notenbank bei einer nachfragegetriebenen Inflation gezwungen sein könnte, aggressiver und frontaler zu agieren. Während frühere Inflationsdaten auf abnehmende Angebotsschocks hindeuteten, deuten aktuelle Berichte aus der Wirtschaft auf eine Überhitzung der Nachfrage hin.

Besonders betroffen sind der Dienstleistungssektor und der KI-Investitionsboom. Goolsbee betonte, dass der Arbeitsmarkt nahezu voll ausgelastet sei und sich weiter verenge. Er stellte klar, dass die Fed nicht auf Markterwartungen oder politische Vorgaben reagiere, sondern ausschließlich auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Diese Haltung signalisiert, dass die US-Notenbank bereit ist, auch gegen den Marktkonsens zu handeln, falls die Konjunkturdaten dies erfordern. Für Anleger bedeutet dies ein erhöhtes Risiko plötzlicher Zinsentscheidungen.

Historische Lehren und Ausblick für Aktienmärkte

Einig sind sich die Experten in der Einschätzung, dass die Zentralbanken aus vergangenen Krisen gelernt haben und nun proaktiver agieren als zu Beginn des letzten Inflationsschubs. Diese proaktive Haltung könnte kurzfristig zu erhöhter Volatilität an den Finanzmärkten führen.

Trotz der drohenden Zinswende bleibt die Deutsche Bank jedoch vorsichtig optimistisch für die Aktienmärkte. Ähnlich wie im Jahr 1999 könnten ein starkes Wirtschaftswachstum und robuste Unternehmensdaten verhindern, dass die Zinserhöhungen die Aktienmärkte nachhaltig entgleisen lassen.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, da die Europäische Zentralbank ebenfalls Teil der koordinierten Straffungsbewegung ist. Die EZB hatte zuletzt mehrfach betont, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen sei. Sollten sich die Prognosen der Deutschen Bank bewahrheiten, könnten weitere Zinsschritte auch im Euroraum bevorstehen.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Märkte die Zentralbanken erneut unterschätzen oder ob diesmal die wirtschaftliche Abschwächung die Notenbanken doch noch zu einer sanfteren Gangart zwingt. Fest steht: Die Risiken für Zinserhöhungen sind nach Einschätzung führender Ökonomen derzeit höher, als es die Marktpreise widerspiegeln.

ZinserhöhungenZentralbankenDeutsche BankChicago FedGeldpolitikFederal ReserveEZBInflationsbekämpfung

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  4. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor
  5. Nvidia, Datadog und Goldminen glänzen auf IBD-Bestenlisten

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.