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Zalando-Aktie trotzt dem Branchenabschwung

Plattformmodell, Marktführung und AboutYou-Übernahme bieten neue Chancen für Anleger

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Zalando-Aktie trotzt dem Branchenabschwung

Zalando trotzt dem allgemeinen Abwärtstrend in der Modebranche und präsentiert sich als stabiler Akteur mit Wachstumspotenzial. Während bekannte Markenhersteller wie Nike, Adidas, H&M oder Hugo Boss teils dramatische Kursverluste hinnehmen mussten, profitiert Europas führender Modeversandhändler von seinem Plattformmodell. Das Unternehmen verkauft keine eigenen Marken, sondern bietet über seinen Onlineshop Zugang zu rund 6000 verschiedenen Labels in 25 Ländern und 20 Sprachen. Rund 52 Millionen Kunden greifen regelmäßig auf das Angebot zu.

Gegründet wurde Zalando im Jahr 2008 von David Schneider und Robert Gentz. Schon im Folgejahr erzielte das Unternehmen mit dem Verkauf von Schuhen einen Umsatz von sechs Millionen Euro. Der bundesweite Durchbruch gelang 2010 durch eine groß angelegte Werbekampagne mit dem Slogan „Schrei vor Glück“. Die damalige Unterstützung durch Rocket Internet, das Start-up-Investmentvehikel der Samwer-Brüder, war entscheidend für das schnelle Wachstum und die aggressive Expansion.

Das Geschäftsmodell folgt dem Prinzip der Plattformökonomie. Je größer das Angebot, desto attraktiver wird der Shop für Konsumenten – und je mehr Kunden, desto interessanter wird die Plattform für Anbieter. Diese Netzwerkeffekte verschaffen Zalando einen strategischen Vorteil gegenüber klassischen Modehändlern. Während Amazon im Textilbereich nie wirklich Fuß fassen konnte, etablierte sich Zalando als Marktführer in Europa. Ein Vergleich mit dem US-Unternehmen Zappos, das einst als Vorbild diente, zeigt den Unterschied: In der Kategorie Damenkleider bietet Zalando über 34.000 Artikel, Zappos weniger als 2000.

Mit dem geplanten Kauf des Konkurrenten AboutYou für rund eine Milliarde Euro will Zalando seine Marktposition weiter festigen. Noch sind nicht alle Anteile im Besitz, doch die Übernahme könnte im Laufe des Sommers abgeschlossen werden. Der Zusammenschluss wäre ein weiterer Schritt zur Konsolidierung des europäischen Online-Modehandels.

Trotz eines Umsatzes von knapp elf Milliarden Euro im Vorjahr hat die Aktie bisher kaum zugelegt. Seit dem Börsengang 2014 notiert das Papier aktuell mit rund 27 Euro kaum über dem Ausgabepreis von 24,10 Euro. Die Börse zweifelt angesichts schwacher Margen und stagnierender Gewinne an einer dynamischen Entwicklung. Doch mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24, einem schuldenfreien Status und rund einer Milliarde Euro an Nettorücklagen könnte Zalando bei einer Margenverbesserung langfristig unterbewertet sein.

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