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Yen unter Druck: Japan droht mit Intervention vor Wahl

Der japanische Yen stabilisiert sich knapp über seinem 18-Monats-Tief bei 158,63 pro Dollar. Vor den anstehenden Parlamentswahlen wächst die Sorge vor einer Währungsintervention, während Japans Schuldenlast die Märkte beunruhigt.

Yen unter Druck: Japan droht mit Intervention vor Wahl

Der japanische Yen bewegt sich weiterhin auf dünnem Eis. Am Donnerstag notierte die Währung bei 158,63 pro US-Dollar und damit nur knapp über dem 18-Monats-Tief von 159,45, das sie am Mittwoch erreicht hatte. Seit dem Amtsantritt von Premierministerin Sanae Takaichi im Oktober hat der Yen bereits fast 5% an Wert verloren.

Verbale Interventionen nehmen zu

Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erneuerte ihre Warnungen vor einer "einseitigen Abwertung" der Währung. Auch US-Finanzminister Scott Bessent forderte politische Maßnahmen zur Bewältigung der Währungsvolatilität. Die verbalen Interventionen zeigen Wirkung: Am Mittwoch legte der Yen bereits um 0,4% zu.

Prashant Newnaha, Senior Asia-Pacific Rates Strategist bei TD Securities, warnt: "Wenn der Yen weiterhin schwächelt, kann das Interventionsrisiko am kommenden Montag, einem US-Feiertag, nicht ausgeschlossen werden." Die kritische Zone liegt zwischen 161 und 163 Yen pro Dollar. Zuletzt griff Japan im Juli 2024 mit 36,8 Milliarden Dollar ein, als die Währung auf ein 38-Jahres-Tief von 161,96 fiel.

Wahlen verschärfen fiskalische Sorgen

Premierministerin Takaichi plant, das Unterhaus nächste Woche aufzulösen und vorgezogene Neuwahlen auszurufen. Dieser Schritt hat einen Ausverkauf bei Yen und japanischen Staatsanleihen ausgelöst. Die Anleger sorgen sich um Takaichis Ausgabenpläne angesichts der massiven Schuldenlast Japans.

Die fiskalischen Bedenken erschweren auch den Zinspfad der Bank of Japan (BOJ). Die Zentralbank tagt nächste Woche, wobei die Märkte erwarten, dass sie die Zinsen bei 0,75% belässt – dem höchsten Stand seit 30 Jahren.

Dollar profitiert von US-Wirtschaftsdaten

Der US-Dollar notierte stabil bei 99,129 gegenüber einem Währungskorb und liegt damit nahe seinem Monatshoch. Starke US-Einzelhandelsumsätze im November und leicht gestiegene Erzeugerpreise stützen den Greenback. Die Märkte erwarten, dass die Federal Reserve im Januar eine Zinspause einlegt.

Die Kontroverse um Fed-Chef Jerome Powell, der die Trump-Administration wegen Einschüchterungsversuchen kritisiert hatte, scheint die Märkte bisher nicht nachhaltig zu beunruhigen. Benoit Anne von MFS Investment Management betont jedoch: "Der Großteil der Marktvolatilität der letzten Monate wurde durch die USA verursacht. Aus Risikomanagementsicht ist globale Diversifizierung sinnvoll."

Ausblick bleibt angespannt

Moh Siong Sim, FX-Stratege bei OCBC, zeigt sich skeptisch: "Es ist fraglich, ob der Yen signifikante und nachhaltige Stärke zeigen kann – es sei denn, wir bekommen eine restriktivere Bank of Japan oder eine Entspannung der fiskalischen Bedenken." Der Euro notierte bei 1,16405 Dollar, während das Pfund Sterling auf 1,36295 Dollar nachgab.

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