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Yen unter Druck: Bank of Japan lässt Zinsen unverändert

Trotz Marktintervention und Zinssignal bleibt der Yen schwach – der Dollar notiert wieder bei 160,67 Yen.

Yen unter Druck: Bank of Japan lässt Zinsen unverändert

Der japanische Yen steht weiter unter Druck. Nachdem die Bank of Japan (BoJ) am Freitag die kurzfristigen Zinssätze bei 1% beließ, gab die Währung einen Großteil ihrer nächtlichen Gewinne wieder ab. Der Dollar notierte zuletzt 0,75% fester bei 160,67 Yen – nach einem Rückgang von 2,4% in der vorangegangenen Sitzung, dem stärksten Tagesverlust seit Januar 2023.

Die BoJ hatte die Zinsen im vergangenen Monat auf ein 31-Jahres-Hoch angehoben. Der aktuelle Stillstand war von Analysten weitgehend erwartet worden. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Notenbank erstmals davor warnte, dass die zugrunde liegende Inflation ihr Ziel überschreiten könnte – ein klares Signal für mögliche weitere Zinserhöhungen.

Koordinierte Intervention stützt Yen nur kurzfristig

Vor der Zinsentscheidung hatte Japan in der New Yorker Handelssitzung über Nacht durch Yen-Käufe und Dollar-Verkäufe am Devisenmarkt interveniert. Laut einer Marktquelle gegenüber Reuters zog diese Maßnahme die Währung von ihren Vier-Jahrzehnt-Tiefs weg, konnte ihr jedoch keinen nachhaltigen Auftrieb verleihen. Japans oberster Währungsdiplomat erklärte am Freitag, Tokio habe zudem Unterstützung aus den USA erhalten, die „über psychologische Unterstützung hinausgeht". Der Nikkei berichtete, dass US-Behörden sogenannte „Rate Checks" – Zinsprüfungen – durchgeführt hätten. Die New York Federal Reserve lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

In einem seltenen koordinierten Schritt intervenierte auch Südkorea am Donnerstag mit Dollar-Verkäufen, um seinen Won zu stützen. Die koreanische Währung stieg daraufhin auf ein Neun-Monats-Hoch, gab einen Teil der Gewinne jedoch wieder ab und lag zuletzt rund 1% im Minus bei 1.438,1 gegenüber dem Dollar.

Zinsdifferenz bleibt entscheidender Belastungsfaktor

Masahiko Loo, Senior Fixed-Income Strategist bei State Street Investment Management, kommentierte die Lage wie folgt: „Eine Kombination aus Interventionsrisiken und einem potenziell beschleunigten Normalisierungspfad der BoJ sollte der weiteren Yen-Schwäche eine sanfte Obergrenze setzen, auch wenn Zinsdifferenzen den kurzfristigen Handel weiterhin dominieren dürften." Die Bewegung über Nacht habe gezeigt, dass die Entscheidungsträger weiterhin unzufrieden mit der übermäßigen Yen-Schwäche seien, so Loo – und die nächste größere Bewegung des Yen könnte letztlich nach oben führen.

Das langsame Tempo der Zinserhöhungen in Japan gilt als Hauptursache dafür, dass der Yen auf ein 40-Jahres-Tief gedrückt wurde. Die große Zinsdifferenz zwischen Japan und anderen großen Volkswirtschaften – insbesondere den USA – macht den Yen für Carry-Trader attraktiv: Anleger leihen sich günstig in Yen und investieren in höher verzinste Währungen, was den Yen zusätzlich belastet.

Die BoJ hob in ihrem jüngsten vierteljährlichen Ausblicksbericht den Inflationsdruck durch die robuste weltweite KI-Nachfrage hervor und erklärte, dass die Sorgen über den Nahostkonflikt nachließen. Die Wortwahl war dabei deutlicher als noch im April – ein Hinweis auf wachsende Bereitschaft zur geldpolitischen Straffung.

Spekulative Wetten gegen den Yen auf Rekordniveau

Spekulanten haben umfangreiche bärische Wetten auf den Yen angehäuft. Wöchentliche Daten einer US-Regulierungsbehörde zeigen Netto-Short-Positionen im Wert von 11,65 Milliarden US-Dollar – nahe dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Die meisten von Reuters befragten Analysten erwarten, dass die BoJ die Zinsen bis zum Jahresende erneut auf 1,25% anheben wird. Anleger warteten am Freitag gespannt auf die Pressekonferenz von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda um 06:30 Uhr GMT für weitere geldpolitische Signale.

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