Yen-Rallye ohne Intervention: Japans Regierung griff nicht ein
Finanzministerium bestätigt: Tokio nutzte keine Währungsreserven zur Stützung des Yen trotz Spekulationen über koordinierte Aktion.

Die japanische Regierung hat entgegen weitverbreiteter Spekulationen nicht in den Devisenmarkt eingegriffen, um den Yen zu stützen. Aus am Freitag veröffentlichten Daten des Finanzministeriums geht hervor, dass Tokio zwischen dem 29. Dezember und dem 28. Januar keine Währungsreserven zur Unterstützung der schwachen Landeswährung eingesetzt hat.
Der Yen hatte Anfang Januar die kritische Marke von 160 gegenüber dem US-Dollar angesteuert und damit Erinnerungen an Juli 2024 geweckt. Damals hatte die japanische Regierung massiv interveniert und große Summen für den Kauf von Yen und den Verkauf von Dollar aufgewendet. Die Devisenmärkte befanden sich seither in erhöhter Alarmbereitschaft.
Überraschende Erholung ohne staatliche Hilfe
Vergangenen Freitag legte der Yen überraschend stark zu und erholte sich von der gefährlichen 160er-Zone auf die mittlere 155er-Spanne. Marktteilnehmer hatten die abrupte Bewegung zunächst auf einen sogenannten "Rate Check" zurückgeführt – ein Verfahren, bei dem Zentralbanken Geschäftsbanken nach Preisnotierungen fragen, um eine Intervention vorzubereiten.
Viele Experten vermuteten eine seltene koordinierte Aktion zwischen Japan und den USA. Die nun veröffentlichten Daten des Finanzministeriums widerlegen diese Annahme jedoch eindeutig. Die Yen-Erholung erfolgte offenbar durch normale Marktbewegungen ohne staatliche Eingriffe.
Politische Unsicherheit belastet Währung
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Zur AktienanalyseDer Yen steht seit Wochen unter Verkaufsdruck. Ein wesentlicher Grund sind Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Aussichten Japans. Die Situation verschärfte sich, als Premierministerin Sanae Takaichi vergangene Woche das Parlament auflöste und vorgezogene Neuwahlen ausrief.
Dieser Schritt zielt darauf ab, ihre politische Position zu stärken. Für die Finanzmärkte bedeutet die politische Unsicherheit jedoch zusätzlichen Druck auf die ohnehin angeschlagene japanische Währung. Anleger beobachten die Entwicklung genau, da weitere Schwächephasen des Yen nicht ausgeschlossen werden können.


