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Yen-Rally nach Japan-Wahl: Stärkste Woche seit einem Jahr

Japanische Währung steigt 2,6% nach Takaichis Wahlsieg – Investoren setzen auf Wirtschaftswende

Der japanische Yen erlebt nach dem Erdrutschsieg von Premierministerin Sanae Takaichi die stärkste Aufwertung seit November 2024. Die Währung gewann gegenüber dem US-Dollar seit Sonntag 2,6% und markierte damit den vierten Gewinntag in Folge. Am Donnerstag erreichte der Yen zeitweise 152,28 pro Dollar, bevor er sich bei 154 stabilisierte.

Ein Durchbruch unter die Marke von 152,05 Dollar würde einen fundamentalen Trendwechsel signalisieren. Dies wäre bemerkenswert für eine Währung, die jahrelang unter niedrigen Zinsen und Haushaltsproblemen litt. "Es sind Käufe aus Japan", erklärt Naka Matsuzawa, Chefstratege bei Nomura Securities in Tokio.

Der Yen entwickelt sich zunehmend zum bevorzugten Instrument für Wetten gegen den Dollar – und verdrängt damit den Euro aus dieser Rolle. Investoren setzen auf Takaichis angekündigte Wirtschaftsreformen. Dies markiert eine deutliche Kehrtwende zu den Verkäufen vor der Wahl, als Unsicherheit über die Finanzierung der Wachstumspolitik herrschte.

Ausländische Investoren kehren zurück

"Ausländer kaufen sowohl Aktien als auch Anleihen", so Matsuzawa weiter. "Mit einer stärkeren Regierung hofft der Markt auf höheres Wachstum. Wenn man auf die nächsten 12 Monate blickt, könnten wir einen stärkeren Yen bei gleichzeitig steigenden Aktienkursen sehen."

Auch gegenüber anderen Währungen legte der Yen deutlich zu. In nur drei Handelstagen gewann die japanische Währung 2% gegenüber dem Euro und durchbrach dabei den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt nach oben. Positionierungsdaten zeigen, dass Spekulanten bis zur vergangenen Woche noch moderate Short-Positionen im Yen hielten – die Auflösung dieser Wetten verstärkte die jüngste Rally zusätzlich.

Die drohende Intervention der japanischen Behörden bei etwa 160 Yen pro Dollar begrenzt nach Einschätzung von Marktteilnehmern die Abwärtsrisiken. "Unserer Ansicht nach dürfte der Yen kurzfristig leicht aufwerten, gestützt durch die anhaltende Furcht vor möglichen staatlichen Interventionen", sagt Vincenzo Vedda, Chief Investment Officer bei DWS in Frankfurt.

Australischer Dollar auf Dreijahreshoch

An anderen Devisenmärkten setzten sich bestehende Trends fort. Der australische Dollar erreichte am Donnerstag ein Dreijahreshoch bei 0,7146 US-Dollar, nachdem die dortige Zentralbank die Zinsen angehoben und weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt hatte. Der neuseeländische Dollar notierte knapp unter seinen jüngsten Höchstständen bei 0,6046 Dollar.

Der Euro gab unter 1,19 Dollar auf 1,1863 Dollar nach, während das britische Pfund stabil bei 1,3625 Dollar notierte. Chinas Yuan setzte seinen bemerkenswert stetigen Anstieg fort und steuert auf die längste wöchentliche Gewinnserie seit 2012 zu. Die Bargeldnachfrage zum chinesischen Neujahrsfest trieb die Währung auf ein fast dreijähriges Hoch von 6,8998 pro Dollar.

Für den Rest der Woche erwarten Händler wichtige Konjunkturdaten: Am Donnerstag werden britische BIP-Zahlen sowie US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht, am Freitag folgen die US-Inflationsdaten für Januar. Die Märkte haben für 2026 Zinssenkungen von etwa 54 Basispunkten in den USA eingepreist.

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