Yen gewinnt an Stärke – Dollar vor US-Arbeitsmarktdaten unter Druck
Japanische Währung profitiert von Takaichis Wahlsieg und fiskalischer Neuausrichtung – US-Dollar schwächelt vor wichtigen Beschäftigungszahlen.

Der japanische Yen hat am Mittwoch seine Gewinne weiter ausgebaut und legte gegenüber dem US-Dollar um 0,1% auf 154,22 zu. Damit setzt die japanische Währung ihre Erholung fort, nachdem sie bereits in der vorangegangenen Sitzung um 1% zugelegt hatte. Auch gegenüber dem Euro und dem britischen Pfund konnte der Yen deutliche Gewinne verzeichnen.
Der Hauptgrund für die Yen-Stärke liegt im überzeugenden Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi. Investoren erwarten nun eine fiskalisch verantwortungsvollere Politik, die das Vertrauen in japanische Staatsanleihen und die Währung stärkt. "Ein so deutlicher Sieg gibt dem Takaichi-Regime eine bessere Kontrolle über die Fiskalpolitik", erklärt Vishnu Varathan, Leiter der Makroforschung für Asien bei Mizuho. Die Premierministerin verfüge nun über das politische Kapital, ihre Pläne ohne größere Kompromisse umzusetzen.
Parallel zur Yen-Stärke haben auch japanische Aktien deutlich zugelegt. Ausländische Investoren erhöhen ihre Engagements in japanischen Werten in Erwartung von gezielten Konjunkturmaßnahmen für Verbraucher und die Wirtschaft. Diese Kapitalzuflüsse verstärken zusätzlich die Nachfrage nach Yen. Experten von Nomura sehen Potenzial für einen weiteren Rückgang des Dollar-Yen-Kurses auf etwa 150, sollten sich die Zinsdifferenzen zwischen den USA und Japan weiter verengen.
US-Arbeitsmarkt im Fokus
Auf der anderen Seite des Pazifiks geriet der US-Dollar unter Druck. Vor der Veröffentlichung der wichtigen Non-Farm-Payrolls-Daten am Mittwochabend zeigt sich die amerikanische Währung schwach. Der Euro konnte leicht auf 1,1899 Dollar zulegen, während das britische Pfund auf 1,3646 Dollar stieg. Gegenüber einem breiten Währungskorb fiel der Dollar um 0,12% auf 96,80 Punkte.
Die Nervosität der Märkte hat konkrete Gründe: Aktuelle US-Wirtschaftsdaten fielen schwächer aus als erwartet. Die Einzelhandelsumsätze im Dezember enttäuschten, während sich das Wachstum der Arbeitskosten im vierten Quartal unerwartet verlangsamte. Für Januar erwarten Analysten nun einen Beschäftigungszuwachs von lediglich 70.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote wird stabil bei 4,4% erwartet.
"Die weitere Dynamik der Verbraucher hängt nun von einem sich verbessernden Arbeitsmarkt ab", betonen die Strategen der OCBC Bank. Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, dämpfte bereits die Erwartungen und verwies auf niedrigere Bevölkerungszahlen und höhere Produktivität als Gründe für möglicherweise geringere Beschäftigungszuwächse in den kommenden Monaten.
Zinssenkungen weiter im Blick
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseTrotz der schwächeren Wirtschaftsdaten bleiben die Märkte vorsichtig bei ihren Erwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve. Aktuell werden Zinssenkungen im Umfang von etwa 60 Basispunkten bis Dezember eingepreist. Mehrere Fed-Vertreter hatten zuletzt jedoch betont, dass die Zinsen für längere Zeit unverändert bleiben könnten.
Auch die pazifischen Währungen zeigten sich am Mittwoch fester. Der australische Dollar stieg um 0,16% auf 0,7086 US-Dollar, während der neuseeländische Dollar um 0,11% auf 0,60495 Dollar zulegte. Der Handel in Asien verlief insgesamt ruhig, da die japanischen Märkte feiertagsbedingt geschlossen blieben.

