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Yen fällt auf 160er-Marke – Golfspannungen stützen Dollar

Iranische Raketenangriffe und festgefahrene Diplomatie treiben Anleger in den sicheren Hafen Dollar und belasten den Yen massiv.

Yen fällt auf 160er-Marke – Golfspannungen stützen Dollar

Der japanische Yen ist am Mittwoch auf die psychologisch wichtige Marke von 160 Yen pro Dollar gefallen. Auslöser waren erneut aufflammende Spannungen am Persischen Golf, die die Nachfrage nach dem als sicher geltenden US-Dollar ankurbelten. Händler blieben angesichts einer möglichen Intervention der japanischen Behörden in höchster Alarmbereitschaft.

Das US-Zentralkommando teilte mit, dass der Iran ballistische Raketen auf regionale Nachbarstaaten abgefeuert habe – alle Raketen verfehlten jedoch ihre Ziele. Als Reaktion auf die Angriffsversuche Teherans führten US-Streitkräfte Schläge auf die iranische Insel Qeschm durch. Die erneuten Feindseligkeiten erfolgten vor dem Hintergrund festgefahrener diplomatischer Gespräche zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten.

Tokios Milliarden-Intervention verpufft

Die Entwicklung ist besonders brisant, weil Japan erst vor einem Monat massiv am Devisenmarkt interveniert hatte. Tokio setzte dabei umgerechnet rund 73,14 Milliarden US-Dollar (11,7 Billionen Yen) ein, um den Yen zu stützen. Die damals erzielten Gewinne sind nun vollständig zunichtegemacht worden. Der Dollar notierte zuletzt kaum verändert bei 159,88 Yen.

Hirofumi Suzuki, Chef-Devisenstratege bei SMBC, erklärte den Zusammenhang zwischen Ölpreisen und Yen-Schwäche: „Der Aufwärtsdruck auf die Rohölpreise begünstigt den Verkaufsdruck beim Yen." Japan ist als rohstoffarmes Land stark von Energieimporten abhängig – steigende Ölpreise verschlechtern die Handelsbilanz und belasten die Währung. Zur Frage einer erneuten Intervention sagte Suzuki: „Meiner Ansicht nach ist die ‚rote Linie' wahrscheinlich kein exakter Wert, aber der Bereich von 160 bis 161 (für Dollar/Yen) dürfte genau beobachtet werden."

Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama machte am Mittwoch deutlich, dass die Behörden bereitstünden, angemessen auf dem Devisenmarkt zu reagieren. Eine solche Warnung gilt in Marktkreisen als klassisches Signal, das einer direkten Intervention vorausgeht.

Euro und Pfund unter leichtem Druck

Am breiteren Devisenmarkt bewegte sich der Handel in engen Spannen. Der Euro gab um 0,06 Prozent auf 1,1624 Dollar nach, während das Pfund Sterling um 0,04 Prozent auf 1,3459 Dollar sank. Daten vom Dienstag hatten gezeigt, dass sich die Inflation in der Eurozone im vergangenen Monat weiter beschleunigt hat – angetrieben durch Energie und Dienstleistungen. Dies untermauert die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Laufe des Monats.

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und dauerhaft hohe Energiepreise haben Investoren dazu veranlasst, ihre Wetten auf eine geldpolitische Straffung durch die großen Zentralbanken zu erhöhen. Das stellt eine grundlegende Wende gegenüber den Zinssenkungen dar, die vor Ausbruch des Konflikts an den Märkten eingepreist waren. Gegenüber einem Korb wichtiger Währungen notierte der Dollar stabil bei 99,27.

US-Arbeitsmarkt und Fed im Fokus

Auch aus den USA kamen marktbewegende Signale. Die Zahl der offenen Stellen stieg im April so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr, wie Daten vom Dienstag zeigten – wenngleich dieser Anstieg die tatsächliche Stärke des Arbeitsmarktes möglicherweise überzeichnet. Im Tagesverlauf werden Zahlen zu den privaten Lohn- und Gehaltslisten erwartet, bevor am Freitag der vielbeachtete Nonfarm-Payrolls-Bericht veröffentlicht wird.

Kristina Clifton, Strategin bei der Commonwealth Bank of Australia, kommentierte die Lage: „Der US-Arbeitsmarkt verbessert sich nach der Schwäche im Jahr 2025. In Kombination mit der hohen Inflation erwarten wir, dass die Federal Reserve im Dezember 2026 einen Zinserhöhungszyklus einleiten wird." Die Märkte preisen bis Dezember Fed-Zinserhöhungen im Umfang von rund 18 Basispunkten ein.

Auch im Kryptobereich gab es deutliche Bewegungen: Bitcoin rutschte auf ein Zweimonatstief und notierte zuletzt 1,8 Prozent tiefer bei 66.256,35 Dollar. Ether fiel auf ein Dreimonatstief und lag zuletzt bei 1.839,11 Dollar. Der australische Dollar verlor 0,16 Prozent auf 0,7168 Dollar, der neuseeländische Dollar gab um 0,22 Prozent auf 0,5913 Dollar nach.

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