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Yen auf 40-Jahres-Tief: Japan droht mit Devisenmarkt-Intervention

Tokio signalisiert entschlossene Maßnahmen, nachdem der US-Dollar die Marke von 163 Yen überschritt.

Yen auf 40-Jahres-Tief: Japan droht mit Devisenmarkt-Intervention

Japan hat am Mittwoch erneut mit einer Intervention am Devisenmarkt gedroht, nachdem der Yen auf den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen ist. Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte vor Journalisten: „Unsere Haltung hat sich überhaupt nicht geändert. Wenn es notwendig ist, werden wir jederzeit angemessene und entschlossene Maßnahmen ergreifen." Auslöser war der Anstieg des US-Dollars über die Marke von 163 Yen – ein 40-Jahres-Hoch für den Dollar gegenüber der japanischen Währung.

Auch Kabinettschef Minoru Kihara schloss sich den Warnungen an und betonte, die Regierung sei bereit, „jederzeit angemessen zu reagieren". Die Besorgnis in Tokio wächst, da ein schwacher Yen die Importkosten und damit die allgemeine Inflation in Japan in die Höhe treibt. Der Yen erreichte am Dienstag im New Yorker Handel einen Stand von 163,24 Yen pro US-Dollar – den schwächsten Wert seit Ende 1986. In Asien notierte die Währung am Mittwoch bei rund 163,12.

Nahost-Konflikt und Fiskalpolitik als Auslöser

Als unmittelbarer Auslöser für das Durchbrechen der 163er-Marke gelten Angriffe im Nahen Osten, die die Ölpreise nach oben trieben und Sorgen über die US-Inflation schürten. Dies stärkte den US-Dollar auf breiter Front. Takahide Kiuchi, leitender Ökonom am Nomura Research Institute, sieht jedoch noch einen weiteren wichtigen Faktor: „Ein weiterer wichtiger Faktor war der politische Entwurf, der die Sorgen über Japans Fiskalpolitik und die Möglichkeit einer Einmischung der Regierung in die Geldpolitik nicht zerstreuen konnte."

Kiuchi warnte zudem: „Sollte die Regierung ein großes Mitspracherecht in der Geldpolitik haben, könnte die BOJ bei der Bekämpfung der Inflation ins Hintertreffen geraten. Solche Einschätzungen schwächen den Yen, ein Trend, der sich fortsetzen könnte." Hintergrund ist der erste wirtschaftspolitische Entwurf von Premierministerin Sanae Takaichi, der von den Märkten als Signal gewertet wurde, dass ihre Regierung höhere Kreditkosten ablehnt.

Verbale Interventionen zeigen kaum Wirkung

Die Märkte beobachten die Situation genau, denn Japan hatte bereits im April und Mai am Devisenmarkt interveniert, als der Yen unter die Marke von 160 Yen pro US-Dollar gefallen war. Der oberste Währungsdiplomat Atsushi Mimura, der als Schlüsselfigur für den Zeitpunkt möglicher Interventionen gilt, gab am Mittwochmorgen keinen offiziellen Kommentar ab. Analysten zufolge konnten verbale Interventionen japanischer Beamter den Abwärtstrend des Yen bislang kaum umkehren.

Als strukturelle Ursachen für die Yen-Schwäche nennen Analysten die breit angelegte Dollar-Stärke sowie die weiterhin niedrigen Zinssätze der Bank of Japan (BOJ) im Vergleich zu den USA. Die BOJ hatte die Zinsen im Juni auf ein 31-Jahres-Hoch von 1,0 Prozent angehoben, da gestiegene Energiekosten infolge des Krieges im Nahen Osten den Inflationsdruck durch den schwachen Yen und den angespannten Arbeitsmarkt verstärkten.

Weitere Zinserhöhungen der BOJ erwartet

Eine Reuters-Umfrage, die vor der Zinserhöhung im Juni durchgeführt wurde, zeigte, dass viele Analysten davon ausgehen, dass die BOJ die Zinsen bis zum Jahresende auf 1,25 Prozent anheben wird. Eine Wiederaufnahme von US-Zinserhöhungen könnte die Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA jedoch weiter vergrößern und den Druck auf den Yen zusätzlich erhöhen. Für deutsche Anleger mit Engagements in Japan oder japanischen Währungspositionen bleibt die Entwicklung am Devisenmarkt damit ein wichtiger Beobachtungspunkt.

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