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Yen auf 40-Jahres-Tief: Intervention droht, Asiens Märkte fallen

Der japanische Yen nähert sich erneut historischen Tiefstständen, während Interventionsgefahr steigt und asiatische Märkte unter Druck geraten.

Yen auf 40-Jahres-Tief: Intervention droht, Asiens Märkte fallen

Der japanische Yen steht erneut im Fokus der Finanzmärkte. Am Dienstagmorgen wurde die Währung im asiatischen Handel bei 161,60 Yen pro US-Dollar gehandelt – dem schwächsten Stand seit zwei Jahren und gefährlich nah an Niveaus, die seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden. Die Lage spitzt sich zu, nachdem der japanische Finanzminister und US-Finanzministerin Janet Yellen ein Online-Treffen abhielten, um die Bedingungen an den globalen Finanzmärkten zu erörtern. Marktbeobachter werten dies als deutliches Signal für eine mögliche gemeinsame Intervention.

Die bisherigen Gegenmaßnahmen zeigen kaum Wirkung. Sowohl die Interventionen des japanischen Finanzministeriums seit April als auch die Zinserhöhungen der Bank of Japan konnten den anhaltenden Verfall des Yen bisher nicht stoppen. Für deutsche Anleger ist dies bedeutsam, da ein schwacher Yen die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporteure zwar stärkt, gleichzeitig aber erhebliche Währungsrisiken für internationale Investoren mit sich bringt.

Südkorea im Schock: KOSPI bricht um mehr als 6 Prozent ein

Besonders dramatisch verlief der Handelstag in Südkorea. Der KOSPI-Index, der am Montag noch auf einem Rekordhoch geschlossen hatte, brach am Dienstag um mehr als 6 Prozent ein. Auslöser war eine Aussage von Finanzminister Koo Yun-cheol, der auf einer Kabinettssitzung erklärte, der aktuelle Wechselkurs von rund 1.500 Won pro US-Dollar sei „überzogen". Die heftigen Kursverluste lösten eine kurze Handelsunterbrechung aus – ein sogenannter Circuit Breaker, der automatisch greift, wenn die Kurse zu stark fallen.

Die Turbulenzen in Südkorea strahlten auf die gesamte Region aus. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,5 Prozent. Auch Japans Nikkei 225 gab um 1,2 Prozent nach und beendete damit eine beeindruckende acht Tage andauernde Gewinnserie. Dies geschah trotz positiver Konjunkturdaten: Das verarbeitende Gewerbe Japans behielt im Juni ein robustes Wachstum bei, wobei ein Indikator für Auftragseingänge auf das höchste Tempo seit mehr als vier Jahren stieg.

Ölpreise und geopolitische Entspannung

Am Rohstoffmarkt gab Brent-Rohöl um 0,4 Prozent auf 77,56 US-Dollar pro Barrel nach. Hintergrund ist eine geopolitische Entspannung: Die Vereinigten Staaten setzten ab Montag die Sanktionen gegen den Iran für 60 Tage aus, nachdem erste Gespräche im Rahmen eines möglichen Friedensabkommens stattgefunden hatten. Zusätzlich berichteten Beamte von einer anhaltenden Kampfpause im Libanon, die auf ein Ende der Feindseligkeiten in der gesamten Region abzielt.

Die negativen Impulse aus Asien setzten sich auch in den westlichen Märkten fort. Die E-Mini-Futures auf den S&P 500 sanken um 0,5 Prozent und weiteten damit Verluste aus, nachdem Technologie-Megacaps am Montag bereits die Aktienkurse an der Wall Street belastet hatten. Im frühen europäischen Handel lagen die europaweiten Futures mit 0,6 Prozent im Minus, die deutschen DAX-Futures notierten 0,7 Prozent tiefer und die FTSE-Futures fielen um 0,8 Prozent.

Wichtige Termine für den Handelstag

Anleger sollten am Dienstag folgende Datenpunkte im Blick behalten:

  • Frankreich: Geschäftsklima für Juni sowie vorläufige S&P Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe
  • Deutschland: Vorläufige S&P Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Juni
  • Eurozone: Vorläufige S&P Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Juni
  • Großbritannien: Vorläufige PMIs für Juni sowie CBI-Trends für Juni
  • Unternehmensergebnisse: FedEx, Cerebras Systems und Carnival Corp

Die PMI-Daten gelten als wichtige Frühindikatoren für die Konjunkturentwicklung und dürften die Richtung an den europäischen Märkten maßgeblich mitbestimmen. Angesichts der angespannten Lage an den Devisenmärkten und der Unsicherheit rund um den Yen bleibt die Volatilität an den globalen Finanzmärkten vorerst hoch.

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