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Yen-Anstieg versetzt Händler in Alarmbereitschaft vor weiteren Interventionen

Der Yen legte am Montag kräftig zu, nachdem Japan koordinierte Käufe mit den USA bestätigte.

Yen-Anstieg versetzt Händler in Alarmbereitschaft vor weiteren Interventionen

Der japanische Yen hat am Montag gegenüber dem US-Dollar kräftig zugelegt und Händler weltweit in Alarmbereitschaft versetzt. Die Währung stieg um mehr als 1 % auf ein Intraday-Hoch von 155,20 Dollar – der höchste Stand seit Anfang Mai. Auslöser war die Bestätigung Tokios, dass Japan in der vergangenen Woche koordinierte Yen-Käufe gemeinsam mit den Vereinigten Staaten durchgeführt hatte.

Zuletzt hatte der Yen nahe 40-Jahres-Tiefs gegenüber dem Dollar notiert. Als Hauptursachen gelten Japans vergleichsweise niedrige Zinssätze sowie steigende Energiepreise, die die Terms of Trade des Landes belasten. Das japanische Finanzministerium war für eine unmittelbare Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Experten: Nachhaltigkeit hängt von Fundamentaldaten ab

Nick Twidale, Chef-Marktstratege bei ATFX Global in Sydney, zeigt sich zwar beeindruckt von der Entschlossenheit der Behörden, warnt jedoch vor den Grenzen solcher Maßnahmen. „Sie sind offensichtlich entschlossen, ernsthafte Anstrengungen zur Stärkung des Yen zu unternehmen, wie die investierten Milliarden US-Dollar und die gemeinsamen Maßnahmen bewiesen haben. Damit diese Bewegungen jedoch nachhaltig sind, müssen sich die zugrunde liegenden Fundamentaldaten ändern", so Twidale. Er erwartet kurzfristig eine deutlich höhere Volatilität – was im Widerspruch zu den eigentlichen Zielen der Behörden stehe.

Takashi Ishida, Stratege bei der Kansai Mirai Bank in Osaka, sieht die Interventionen als Teil einer breiteren Strategie. „Japans Behörden haben ihr Schweigen gebrochen und Aggressivität gezeigt, um die Schwäche des Yen einzudämmen", erklärt er. Ishida geht davon aus, dass das Momentum des Yen bis September oder Oktober anhalten könnte, falls die Bank of Japan (BOJ) die Zinsen anhebt. „Es sieht so aus, als ob die Interventionen Hand in Hand mit den Zinserhöhungen der BOJ gehen."

Sim Moh Siong, Stratege bei OCBC in Singapur, deutet die Marktbewegungen ebenfalls als klares Interventionssignal. „Das Signal scheint zu sein, dass sie alles Notwendige tun werden, um den Yen zu stabilisieren", sagt er. Er erwartet, dass ein Unterschreiten der Marke von 155 einen sogenannten Position-Squeeze auslösen und weitere Stop-Loss-Orders aktivieren könnte, was zu einem weiteren Rückgang von Dollar/Yen führen würde.

Yen-Short-Positionen als Beschleuniger der Aufwertung

Hirofumi Suzuki, Chef-Devisenstratege bei SMBC in Tokio, mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation der Marktbewegungen. „Es ist unmöglich, mit Sicherheit zu sagen, ob tatsächlich eine Intervention stattgefunden hat. Angesichts des Ausmaßes der Bewegung bei USD/JPY und ihres Zeitpunkts kann die Möglichkeit einer Intervention jedoch nicht ausgeschlossen werden", so Suzuki. Er verweist zudem auf den erheblichen Bestand an Short-Positionen im Yen, deren Auflösung die Aufwertung der Währung zusätzlich beschleunige.

Suzuki geht davon aus, dass der Yen in naher Zukunft anfällig für weitere Aufwertungen bleiben wird. Die Marktteilnehmer seien hochgradig wachsam gegenüber dem Risiko weiterer Interventionen. Für deutsche Anleger mit Engagements in japanischen Aktien oder Anleihen bedeutet die erhöhte Yen-Volatilität ein gestiegenes Währungsrisiko, das bei der Portfolioplanung berücksichtigt werden sollte.

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