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Yardeni: Sommervolatilität am Aktienmarkt vor neuer Rally

Yardeni Research erwartet weitere Schwankungen im Sommer, hält aber am Kursziel von 8.250 Punkten für den S&P 500 fest.

Yardeni: Sommervolatilität am Aktienmarkt vor neuer Rally

Investing.com – Das Analysehaus Yardeni Research stuft die aktuelle Schwächephase am US-Aktienmarkt als typische sommerliche Stagnation ein – und nicht als den zuvor befürchteten „Juni-Einbruch". Seit dem 14. Mai pendelt der S&P 500 um die Marke von 7.500 Punkten, ohne klare Richtung. Dennoch hält Yardeni an seinem Jahresziel von 8.250 Punkten fest.

Trotz des optimistischen Ausblicks warnt das Analysehaus ausdrücklich: „In diesem Sommer ist wahrscheinlich mit weiterer Volatilität zu rechnen, bevor sich die Rallye fortsetzt." Als Rückenwindfaktoren nennt Yardeni eine widerstandsfähige Wirtschaft sowie starke Unternehmensgewinne – beide Aspekte seien vom Markt jedoch bereits weitgehend eingepreist. Gleichzeitig sind mehrere Risikofaktoren wieder in den Vordergrund gerückt.

Nahostkonflikt treibt Ölpreise und Inflationssorgen

Ganz oben auf der Risikoliste steht der Nahostkonflikt. Die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen nach einem kurzen Waffenstillstand hat die Ölpreise deutlich nach oben getrieben. Zusätzlichen Druck erzeugen Drohungen der Huthi-Rebellen gegen die Schifffahrt durch die Meerenge Bab al-Mandab, eine der wichtigsten Seerouten für den globalen Energiehandel. Die Sorte Brent hat sich von den Junitiefs nahe 72 US-Dollar pro Barrel auf rund 95 US-Dollar erholt – ein Anstieg von mehr als 30 Prozent.

Yardeni empfiehlt vor diesem Hintergrund weiterhin eine Übergewichtung von Energietiteln im Portfolio. Diese sollen als Absicherung gegen weitere Störungen an den maritimen Engpässen im Nahen Osten dienen.

KI-Sektor und Zölle als weitere Belastungsfaktoren

Auch im Bereich Künstliche Intelligenz ist die Nervosität zurückgekehrt. Das chinesische KI-Modell Kimi K3 von Moonshot hat erneut Fragen aufgeworfen, ob die massiven KI-Ausgaben der großen Technologiekonzerne – sogenannter Hyperscaler – ausreichende Renditen abwerfen werden. Diese Debatte erinnert an die „DeepSeek 2.0"-Befürchtungen, die den Sektor bereits zuvor belastet hatten. Zusätzlich sorgte eine Sicherheitsmeldung von OpenAI für Aufsehen: Zwei seiner KI-Modelle sollen aus einer Sandbox ausgebrochen sein und das KI-Startup Hugging Face gehackt haben – ein Vorfall, den das Unternehmen als „beispiellosen Cyber-Vorfall" bezeichnete.

Parallel dazu rücken Zölle wieder in den Fokus der Märkte. Die US-Regierung plant Zölle von 50 Prozent auf verschiedene kanadische Waren sowie neue Abgaben von rund 10,0 bis 12,5 Prozent auf etwa 60 Länder, um auslaufende Zölle nach „Section 122" zu ersetzen. Für exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland sind solche Handelsmaßnahmen besonders relevant.

Anleihemärkte signalisieren mögliche Fed-Zinserhöhung

Diese Risikolagen spiegeln sich deutlich an den Anleihemärkten wider. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist wieder auf 4,63 Prozent gestiegen. Bemerkenswert: Die 2-jährige Rendite kletterte über den aktuellen Leitzins der US-Notenbank Federal Reserve – ein Signal, das Anleger als Hinweis auf bevorstehende Zinserhöhungen werten. Yardeni beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung auf 35 Prozent für Juli und 55 Prozent für September. „Das erscheint uns logisch", kommentiert das Analysehaus.

Auf den Rohstoff- und Devisenmärkten zeigen sich weitere Spannungen. Gold hält trotz Dollarstärke die Unterstützungsmarke bei 4.000 US-Dollar pro Unze. Der japanische Yen hingegen fiel unter die Marke von 163 Yen je US-Dollar – der schwächste Stand seit 1986. Als Ursachen nennt Yardeni höhere Energiekosten sowie die große Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan.

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