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Yanbu-Hafen: Fünf Supertanker trotz Huthi-Blockade im Einsatz

Satellitenbilder zeigen fünf Supertanker am saudi-arabischen Exporthafen Yanbu – möglicherweise der aktivste Tag seit Beginn der Huthi-Blockade.

Yanbu-Hafen: Fünf Supertanker trotz Huthi-Blockade im Einsatz

Der saudi-arabische Exporthafen Yanbu am Roten Meer erlebt offenbar eine unerwartete Belebung. Satellitenbilder zeigen, dass am vergangenen Samstag fünf sogenannte Very Large Crude Carriers (VLCC) – also Supertanker für Rohöl – gleichzeitig an den Ölverladeterminals vor Anker lagen. Damit könnte es sich um den geschäftigsten Tag seit Beginn der Huthi-Blockade saudi-arabischer Häfen gehandelt haben.

Die Aufnahmen stammen vom Sentinel-2-Satelliten der Europäischen Union, der die Region nur in Abständen von wenigen Tagen überfliegt. Die Bilder liefern damit nur punktuelle, aber dennoch aussagekräftige Momentaufnahmen der Lage im Roten Meer. Yanbu gilt als einer der wichtigsten Ölexporthäfen Saudi-Arabiens und ist für die globale Energieversorgung von erheblicher Bedeutung.

Huthi-Rebellen stören Schiffsverkehr im Roten Meer

Seit rund zwei Wochen blockieren die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen den Schiffsverkehr in der Region und bedrohen saudi-arabische Häfen. Die Drohungen haben den Schiffsverkehr im Roten Meer massiv beeinträchtigt und internationale Reedereien unter Druck gesetzt, ihre Routen zu überdenken. Das Rote Meer ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt und verbindet Europa mit Asien sowie den Golfstaaten.

Besonders das Nadelöhr Bab al-Mandab, die enge Meerenge zwischen dem Jemen und Dschibuti am Ausgang des Roten Meers zum Golf von Aden, steht dabei im Fokus. Aktuelle Daten zeigen, dass immer mehr Schiffe diesen strategisch wichtigen Engpass mit ausgeschalteten Transpondern passieren. Das Abschalten von Transpondern – also der automatischen Schiffsidentifikationssysteme (AIS) – gilt als Hinweis darauf, dass Schiffsbetreiber ihren genauen Standort aus Sicherheitsgründen verschleiern wollen.

Strategische Bedeutung von Bab al-Mandab

Das Nadelöhr Bab al-Mandab ist für den globalen Ölhandel von zentraler Bedeutung. Täglich passieren Millionen Barrel Rohöl sowie Millionen Tonnen Fracht diese Meerenge. Eine nachhaltige Störung des Verkehrs dort hätte weitreichende Folgen für die Energiepreise und globalen Lieferketten – auch für europäische und deutsche Verbraucher.

Die Entwicklungen in Yanbu und am Bab al-Mandab werden von Energiemärkten und Reedereien weltweit aufmerksam verfolgt. Ob die erhöhte Aktivität im Hafen Yanbu ein Zeichen für eine Normalisierung des Betriebs oder lediglich eine kurzfristige Momentaufnahme darstellt, bleibt angesichts der anhaltenden Sicherheitslage in der Region offen.

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