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Yale-Professor entwickelt Formel für optimale Aktienquote im Portfolio

James Choi von der Yale University hat eine Investmentformel entwickelt, die individuelle Faktoren wie Alter und Einkommen berücksichtigt.

Yale-Professor entwickelt Formel für optimale Aktienquote im Portfolio

Wie viel Ihres Vermögens sollte in Aktien investiert sein? Diese Frage beschäftigt Privatanleger weltweit – und ein Yale-Professor hat nun eine neue Antwort. James Choi, Finanzprofessor an der Yale University, hat eine Formel entwickelt, die eine persönliche Asset-Allokation auf Basis von Alter, Einkommen, Ersparnissen und Risikotoleranz berechnet.

Die Formel basiert auf einer wissenschaftlichen Studie, die Choi im vergangenen Jahr mitverfasst hat, und wurde für das Wall Street Journal adaptiert. Ihr zentrales Merkmal: Sie empfiehlt in vielen Szenarien eine deutlich aktienlastigere Strategie als klassische Faustregeln wie die 60/40-Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen oder die verbreitete Methode, das Alter von 100 zu subtrahieren, um die Aktienquote zu ermitteln.

Humankapital als versteckter Anleihebaustein

Der entscheidende Gedanke hinter Chois Ansatz ist das Konzept des sogenannten Humankapitals. Künftige Gehaltszahlungen und Rentenansprüche, die ein Arbeitnehmer im Laufe seines Lebens noch erhalten wird, funktionieren in ihrer Gesamtheit wie eine Anleihe – da Einkommensschwankungen in der Regel kaum mit den Schwankungen am Aktienmarkt korrelieren.

Das bedeutet: Wer noch viele Berufsjahre vor sich hat, besitzt bereits einen großen, anleihenähnlichen Vermögensanteil in Form seines künftigen Einkommens. Dieser Anleger kann es sich daher leisten, bei seinen investierten Ersparnissen stärker auf Aktien zu setzen, ohne sein Gesamtrisiko übermäßig zu erhöhen.

Als konkretes Beispiel nennt Choi einen 25-Jährigen, der nach Steuern 70.000 US-Dollar pro Jahr verdient und 25.000 Dollar zum Investieren zur Verfügung hat. Für diesen Anleger bedeutet der riesige anleihenähnliche Block aus künftigem Einkommen, dass er einen starken Kursrückgang an den Aktienmärkten finanziell deutlich leichter verkraften könnte als ältere Anleger mit weniger Berufsjahren vor sich.

Alternative zu Target-Date-Fonds

Viele Privatanleger delegieren die Frage der Asset-Allokation an sogenannte Target-Date-Fonds, die das Portfolio automatisch anpassen und sich am geplanten Renteneintritt orientieren. Chois Formel bietet eine individuellere Alternative, die persönliche finanzielle Umstände stärker in den Vordergrund rückt.

Für deutsche Anleger ist der Ansatz besonders interessant, da er auch gesetzliche Rentenansprüche einschließt – ein Faktor, der in Deutschland mit seinem umlagefinanzierten Rentensystem erhebliches Gewicht hat. Wer Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder einer Betriebsrente besitzt, hält damit bereits einen substanziellen anleihenähnlichen Puffer im Gesamtvermögen.

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