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Xiaomi plant jährliche Smartphone-Chips und eigenen KI-Assistenten

Unternehmenspräsident Lu Weibing kündigt auf dem MWC Barcelona ehrgeizige Technologiepläne für Chip-Entwicklung und internationale KI an.

Xiaomi plant jährliche Smartphone-Chips und eigenen KI-Assistenten

Xiaomi will künftig jedes Jahr einen neuen Smartphone-Prozessorchip auf den Markt bringen. Das erklärte Unternehmenspräsident Lu Weibing gegenüber CNBC am Dienstag in Barcelona. Damit stellt sich der chinesische Technologiekonzern in eine Reihe mit Apple, das traditionell jährlich eine neue Generation seines A-Chips veröffentlicht.

Im vergangenen Jahr brachte Xiaomi den XRing O1 auf den Markt – ein System-on-Chip (SoC), das im modernen 3-Nanometer-Fertigungsverfahren produziert wird. SoCs sind die zentralen Recheneinheiten, die sämtliche Funktionen eines Smartphones steuern. Bislang entwickeln nur wenige Hersteller solche Chips selbst: Apple nutzt die A-Chip-Serie, Samsung die Exynos-Plattform. Die meisten anderen Smartphone-Hersteller setzen auf Chips von Qualcomm oder MediaTek.

Lus Ankündigung markiert eine deutliche Beschleunigung der Xiaomi-Strategie. Noch im September hatte Vizepräsident Xu Fei gegenüber CNBC erklärt, das Unternehmen könne einen jährlichen Chip-Rhythmus nicht garantieren. Der neue Chip soll zunächst in einem Gerät debütieren, das noch 2025 in China erscheint, und später auch in internationalen Modellen zum Einsatz kommen.

Eigenes Ökosystem aus Chip, Betriebssystem und KI

Xiaomi verfolgt das Ziel, Hardware und Software eng zu verzahnen. Das Unternehmen verfügt bereits über HyperOS, ein eigenes mobiles Betriebssystem auf Android-Basis. In China bieten Xiaomi-Geräte zudem den KI-Assistenten Xiao AI, der auf intern entwickelten Modellen basiert. Noch in diesem Jahr plant Xiaomi laut Lu, erstmals alle drei Komponenten – XRing-O1-Chip, HyperOS und KI-Assistenten – in einem einzigen Gerät zu kombinieren.

Für internationale Märkte bereitet Xiaomi einen eigenen KI-Assistenten vor. Dabei soll eine Partnerschaft mit Google eingegangen werden, um dessen Gemini-Modelle zu integrieren – ähnlich wie Samsung, das ebenfalls stark auf Google Gemini setzt. Der KI-Assistent soll sowohl in Smartphones als auch in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen, die Xiaomi ab 2027 in Europa einführen will.

Milliarden-Investition in die Chipentwicklung

Die finanziellen Ambitionen sind erheblich: CEO Lei Jun kündigte im vergangenen Jahr an, in den nächsten zehn Jahren mindestens 50 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 6,9 Milliarden US-Dollar – in die eigene Chipentwicklung zu investieren. Ein maßgeschneidertes SoC verschafft Xiaomi die Möglichkeit, sich technologisch stärker von der Konkurrenz abzuheben und unabhängiger von externen Chip-Lieferanten zu werden. Für Anleger und Beobachter des Technologiesektors ist dies ein klares Signal, dass Xiaomi den Sprung in die Riege der vertikal integrierten Technologiekonzerne anstrebt.

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