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Xi Jinping fordert nachfrageorientiertes Wachstum im Dienstleistungssektor

Chinas Staatspräsident setzt auf Reformen, Technologie und Offenheit, um den unterentwickelten Dienstleistungssektor zu modernisieren.

Xi Jinping fordert nachfrageorientiertes Wachstum im Dienstleistungssektor

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat auf einer zweitägigen nationalen Konferenz der Dienstleistungsindustrie in Peking einen nachfrageorientierten Ansatz für die Entwicklung des Sektors gefordert. Laut der offiziellen Nachrichtenagentur Xinhua verlangte Xi dabei eine Kombination aus Reformdurchbrüchen, technologischer Stärkung sowie mehr Offenheit und internationaler Zusammenarbeit. Die Konferenz begann am Dienstag und markiert einen klaren politischen Kurswechsel der Pekinger Führung.

Xi betonte, China werde „die nachfrageorientierte Entwicklung betonen, Reformdurchbrüche vorantreiben, Wissenschaft und Technologie zur Wachstumsförderung nutzen sowie Offenheit und Zusammenarbeit ausbauen". Darüber hinaus sollen mehr Marken unter dem Label „China Service" gefördert und produktionsorientierte Dienstleistungen in Richtung Spezialisierung und höherer Positionen in der Wertschöpfungskette vorangetrieben werden.

Schwache Verbrauchernachfrage als zentrales Problem

Auch Premierminister Li Qiang meldete sich auf dem Treffen zu Wort. Er forderte laut Xinhua, das Angebot an modernisierten Dienstleistungen zu erweitern und die Konsumstruktur im Einklang mit dem demografischen Wandel zu verbessern, um der zunehmend vielfältigen Verbrauchernachfrage gerecht zu werden. Zudem solle China das Wachstum von Technologiedienstleistungen beschleunigen, indem Forschung und Entwicklung sowie Design in Richtung größerer Spezialisierung und höherer Wertschöpfung gelenkt werden.

Der Hintergrund dieses politischen Schwenks ist eine anhaltend schwache Verbrauchernachfrage, die die chinesische Wirtschaft lähmt. Bisherige Konjunkturmaßnahmen konnten das Ruder noch nicht herumreißen. Peking versucht nun, Investitionen von teils verschwenderischen Ausgaben in Transport, Wohnungsbau und industrielle Infrastruktur in potenziell produktivere Bereiche umzuleiten.

Großer Nachholbedarf gegenüber westlichen Volkswirtschaften

Die Zahlen verdeutlichen den enormen Aufholbedarf: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Dienstleistungen lag in China im Jahr 2025 bei lediglich 46,1 Prozent – weit unter den rund 70 Prozent in den USA. Dieser strukturelle Unterschied zeigt, wie stark die chinesische Wirtschaft noch von Industrie und Investitionen abhängig ist, während Dienstleistungen in entwickelten Volkswirtschaften den Löwenanteil der Wirtschaftsleistung ausmachen.

Chinas neuer Fünfjahresplan sieht vor, den Anteil des privaten Konsums an der Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren von derzeit rund 40 Prozent „deutlich" zu erhöhen. Ein konkretes Ziel wurde dabei jedoch bewusst nicht festgelegt. Für Investoren und Beobachter bleibt damit offen, wie ambitioniert die Regierung diesen Umbau tatsächlich vorantreiben will.

Für deutsche Anleger und Unternehmen mit China-Engagement ist dieser Strategiewechsel von Bedeutung: Eine stärkere Dienstleistungsorientierung der chinesischen Wirtschaft könnte mittelfristig neue Marktchancen eröffnen – etwa in den Bereichen Technologiedienstleistungen, Gesundheit, Bildung und Finanzdienstleistungen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob die politischen Ankündigungen in konkrete und wirksame Maßnahmen münden.

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