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Xi Jinping besucht Nordkorea erstmals seit sieben Jahren

Chinas Staatschef reist nach Pjöngjang – Peking will seinen Einfluss auf Kim Jong Un zurückgewinnen und Russlands wachsende Rolle begrenzen.

Xi Jinping besucht Nordkorea erstmals seit sieben Jahren

Der chinesische Präsident Xi Jinping ist zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Nordkorea eingetroffen. Es ist sein erster Besuch in Pjöngjang seit fast sieben Jahren – und gleichzeitig seine erste Auslandsreise in diesem Jahr. Erwartet werden direkte Gespräche mit Machthaber Kim Jong Un.

In einem Kommentar, der vor seiner Ankunft in der staatlichen nordkoreanischen Zeitung veröffentlicht wurde, sicherte Xi eine „unerschütterliche" Freundschaft zu. Zudem gelobte er, die bilaterale Zusammenarbeit in mehreren Bereichen zu vertiefen – ausdrücklich eingeschlossen das Militär.

Nordkorea mit mehr Druckmitteln als 2019

Analysten betonen, dass sich die Ausgangslage für Nordkorea seit Xis letztem Besuch im Juni 2019 grundlegend verändert hat. „Nordkorea verfügt im Vergleich zum Juni 2019 über ein größeres Druckmittel gegenüber China", sagte Rachel Minyoung Lee, Senior Fellow beim Korea-Programm des Stimson Center. Sie verwies auf die vertieften militärischen Beziehungen zu Moskau, Fortschritte im Atomprogramm und eine verbesserte Wirtschaftslage in den letzten Jahren.

Kim Jong Un hat in den vergangenen Jahren konsequent engere Beziehungen zu Russland aufgebaut. Er entsandte Truppen für den Krieg in der Ukraine und baute die nuklearen Fähigkeiten seines Landes ungeachtet der UN-Sanktionen weiter aus. Diese Partnerschaft habe Pjöngjang neuen Spielraum verschafft, so Analysten.

Genau das bereitet Peking Sorgen. „Xi möchte ein Gegengewicht zum russischen Einfluss auf Nordkorea schaffen, der aus der militärischen Zusammenarbeit im europäischen Krieg resultiert", sagte Victor Cha, Leiter der Abteilung für Geopolitik und Außenpolitik am Center for Strategic and International Studies. „China schätzt es nicht, wenn jemand anderes mehr Einfluss auf Pjöngjang hat als sie selbst."

Nuklearstatus und wirtschaftliche Zugeständnisse im Fokus

Nordkorea dürfte den Gipfel nutzen, um konkrete Forderungen zu stellen. Erwartet werden Forderungen nach wirtschaftlichen Zugeständnissen und potenziell sogar nach Pekings stillschweigender Anerkennung seines Nuklearstatus – etwas, das Russland Berichten zufolge bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit zugestanden hat. China hat sich in der Vergangenheit öffentlich gegen die Atomtests Pjöngjangs ausgesprochen, doch seine derzeitige Haltung gilt als ambivalent. „Die Nordkoreaner scheinen entschlossen zu sein, dies während Xis Besuch zu klären", so Lee.

Im Vorfeld des Besuchs enthüllte Nordkorea eine neue Anlage zur Urananreicherung. Kim kündigte dabei Pläne an, die Nuklearstreitkräfte des Landes „exponentiell" zu verstärken – ein deutliches Signal für Pjöngjangs Ambition, seinen Status als Atommacht zu festigen.

Für Peking stehen neben dem Nuklearthema weitere strategische Ziele auf der Agenda. China sucht laut Analysten die Unterstützung Pjöngjangs in der Taiwan-Frage und will sich gegen die aus seiner Sicht zunehmend assertive Verteidigungshaltung Japans positionieren. Auch das Management von Eskalationsrisiken auf der koreanischen Halbinsel gilt als Kernziel des Besuchs.

Mögliche Botschaft von Trump an Kim

Einige Analysten glauben, dass Xi auch als Vermittler auftreten könnte. Xi könnte eine Botschaft von US-Präsident Donald Trump übermitteln, der seine Bereitschaft signalisiert hat, die Diplomatie mit Kim wiederaufzunehmen. Nordkorea hat jedoch bislang darauf bestanden, dass Washington seine Vorbedingung der Denuklearisierung fallen lässt, bevor Gespräche beginnen.

Das südkoreanische Außenministerium erklärte, es hoffe, dass Xis Besuch eine „konstruktive Rolle bei der Bewältigung von Fragen im Zusammenhang mit der koreanischen Halbinsel spielen wird". Der südkoreanische Vereinigungsminister Chung Dong-young hatte im vergangenen Monat erklärt, dass ein möglicher Gipfel zwischen Pjöngjang und Washington auf der Tagesordnung des dieswöchigen Treffens stehen könnte.

„Die Tatsache, dass Xi beschlossen hat, seine erste Auslandsreise des Jahres 2026 nach Nordkorea zu unternehmen, spiegelt die Bedeutung wider, die Peking dem Versuch beimisst, die Beziehungen zu festigen", sagte William Yang, Senior Analyst für Nordostasien bei der Crisis Group. Der Besuch markiert damit einen wichtigen Moment in der geopolitischen Neuausrichtung Ostasiens – mit weitreichenden Implikationen für die globale Sicherheitsarchitektur.

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