X ändert Verifizierungssystem in EU nach 120-Millionen-Euro-Strafe
Elon Musks Plattform X lenkt nach EU-Sanktion ein und kündigt Änderungen am umstrittenen blauen Häkchen an.

Elon Musks Social-Media-Plattform X hat sich bereit erklärt, sein Verifizierungsverfahren in der Europäischen Union zu reformieren. Dies berichtet Bloomberg News unter Berufung auf EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier. Der Schritt folgt auf eine Geldstrafe von 120 Millionen Euro, die die EU-Technologieaufsicht im Dezember 2024 gegen X verhängt hatte.
Die Strafe war das Ergebnis einer zweijährigen Untersuchung im Rahmen des Digital Services Act (DSA) – einem wegweisenden EU-Gesetz, das Online-Plattformen zur stärkeren Bekämpfung illegaler und schädlicher Inhalte verpflichtet. Es handelte sich um die erste Sanktion dieser Art unter dem DSA, die zugleich Kritik aus der US-Regierung auf sich zog.
Der Kern des Problems: Das blaue Häkchen bei X entspreche nicht den Branchenpraktiken, so der Vorwurf der EU-Kommission vom Juli 2024. Ursprünglich signalisierte das Symbol, dass ein Konto einer verifizierten Person des öffentlichen Lebens gehört. Nach Musks Übernahme von X – ehemals Twitter – für 44 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 wurde das Häkchen jedoch zur kostenpflichtigen Abonnentenfunktion umgewandelt, was Nutzer nach Ansicht der Kommission täusche.
Wie geht es weiter?
Laut Regnier hat X nun konkrete Abhilfemaßnahmen bezüglich der Blue-Checkmark-Funktion eingereicht. Die Europäische Kommission werde diese Vorschläge nun prüfen, heißt es. Weder X noch die Kommission reagierten zunächst auf Anfragen von Reuters zur Stellungnahme.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Nutzer und Anleger ist der Fall bedeutsam: Er zeigt, dass der DSA als regulatorisches Instrument zunehmend Wirkung entfaltet und auch US-amerikanische Tech-Konzerne zu Anpassungen zwingt. Der Digital Services Act gilt als eines der schärfsten Gesetze zur Regulierung digitaler Plattformen weltweit und betrifft alle großen Dienste mit mehr als 45 Millionen Nutzern in der EU.

