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Würgfalken-Wiederansiedlung: Saudi-Arabien rettet gefährdete Art in Kasachstan

34 Würgfalken wurden im Rahmen eines saudisch-kasachischen Programms ausgewildert, um den um 90 % eingebrochenen Bestand zu retten.

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Kasachstan hat einen wichtigen Schritt zum Schutz des Würgfalken unternommen: 34 Vögel wurden im Rahmen eines internationalen Wiederansiedlungsprogramms in die kasachische Steppe entlassen. Hinter der Initiative steht der staatliche Saudi Falcons Club aus Saudi-Arabien, der das Projekt gemeinsam mit einem kasachischen Institut koordiniert. Das Programm zielt darauf ab, den Bestand dieser gefährdeten Art, die auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten geführt wird, nachhaltig zu erhöhen.

Der Würgfalke besitzt für die Nomadenvölker Kasachstans eine tiefe kulturelle Bedeutung. Seit Jahrhunderten gilt der Vogel als Symbol für Adel und Freiheit und diente den Menschen der Steppe als treuer Jagdbegleiter. Die Falknerei gehört in der Region zum immateriellen Kulturerbe und ist eng mit der kasachischen Identität verwoben.

Dramatischer Bestandsrückgang alarmiert Forscher

Der Handlungsbedarf ist akut: In Kasachstan ist die Population des Würgfalken laut Forschern in den vergangenen Jahren um bis zu 90 Prozent zurückgegangen. Als Hauptursache gilt der Verlust natürlicher Lebensräume, der durch menschliche Eingriffe in die Steppenlandschaft vorangetrieben wird. Dieser drastische Rückgang hat internationale Naturschutzorganisationen auf den Plan gerufen.

Ahmed Fahd Al-Hababi, Executive Vice President des Saudi Falcons Club, betonte die Eignung Kasachstans als Wiederansiedlungsstandort: „Die natürliche Umgebung Kasachstans macht das Land zu einem der wichtigsten Nistgebiete für Falken und damit zu einem idealen Standort für die Auswilderung von Vogelgruppen." In der Fachsprache werden solche ausgewilderten Gruppen als „Casts" bezeichnet. „Wir führen die Falken in ihren natürlichen Lebensraum zurück, damit sie in freier Wildbahn brüten und gedeihen können", so Al-Hababi weiter.

Der Würgfalke ist eine beeindruckende Greifvogelart mit einer Flügelspannweite von 97 bis 126 Zentimetern. Als Zugvogel legt er enorme Strecken zurück – sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mitteleuropa bis in den Nordosten Chinas. Diese weiträumige Verbreitung macht ihn zu einem wichtigen Indikator für den Zustand ganzer Ökosysteme entlang seiner Zugrouten.

GPS-Tracker liefern wertvolle Migrationsdaten

Ein zentrales Element des Programms ist die wissenschaftliche Begleitung der ausgewilderten Vögel. Alle 34 freigelassenen Falken wurden mit GPS-Trackern und Mikrochips ausgestattet. Diese Technologie ermöglicht es Wissenschaftlern, detaillierte Daten über Migrationsmuster, Brutverhalten und andere Verhaltensweisen der Tiere zu sammeln. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftige Schutzmaßnahmen optimieren.

Das Programm ist auf mehrere Jahre angelegt: Der Saudi Falcons Club plant, in den kommenden drei Jahren jährlich zwischen 35 und 45 Vögel auszuwildern. Damit sollen insgesamt bis zu 135 Würgfalken in die kasachische Natur entlassen werden. Die Initiative ist ein Beispiel für internationale Zusammenarbeit im Artenschutz, bei der staatliche Institutionen aus unterschiedlichen Regionen gemeinsam gegen das Artensterben vorgehen.

Für Naturschutzexperten ist das Projekt ein hoffnungsvolles Zeichen. Wiederansiedlungsprogramme dieser Art haben in der Vergangenheit bereits bei anderen Greifvogelarten wie dem Weißkopfseeadler in Nordamerika oder dem Bartgeier in den Alpen Erfolge gezeigt. Ob sich die Würgfalkenpopulation in Kasachstan erholen kann, wird die wissenschaftliche Auswertung der GPS-Daten in den kommenden Jahren zeigen.

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